Neuer US-Bericht - Jetzt warnen auch die Amis vor den exorbitanten Kosten des F-35A-Jets
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Neuer US-BerichtJetzt warnen auch die Amis vor den exorbitanten Kosten des F-35A-Jets

Der Bundesrat hat sich für den Tarnkappen-Kampfjet F-35A aus den USA entschieden. Doch laut neuen Erkenntnissen aus den USA könnten die Kosten für den Jet aus dem Ruder laufen.

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Der Bundesrat hat entschieden: Künftig sollen die amerikanischen F-35 Kampfjets in der Schweiz zum Einsatz kommen. 

Der Bundesrat hat entschieden: Künftig sollen die amerikanischen F-35 Kampfjets in der Schweiz zum Einsatz kommen.

Eglin Air Force Base, FLA.
Der Vorschlag kam von Bundesrätin Viola Amherd und sie konnte den Bundesrat damit überzeugen. 

Der Vorschlag kam von Bundesrätin Viola Amherd und sie konnte den Bundesrat damit überzeugen.

20min/Simon Glauser
«Der F-35 ist klar das modernste Kampfflugzeug der Gegenwart, das auch von über einem Dutzend anderer Luftwaffen ausgewählt wurde», sagte Aviatik-Experte Hansjörg Egger kürzlich im Interview.

«Der F-35 ist klar das modernste Kampfflugzeug der Gegenwart, das auch von über einem Dutzend anderer Luftwaffen ausgewählt wurde», sagte Aviatik-Experte Hansjörg Egger kürzlich im Interview.

Eglin Air Force Base, Fla.

Darum gehts

  • Der Bundesrat will 36 neue Tarnkappenjets F-35A beschaffen.

  • Dafür will er rund fünf Milliarden Franken ausgeben.

  • Ein neuer US-Bericht warnt jetzt vor den zukünftigen Kosten.

Die Schweizer Verteidigungsministerin Viola Amherd will 36 Flugzeuge des Typs F-35A des US-amerikanischen Herstellers Lockheed Martin anschaffen. Dies wurde am 30. Juni entschieden. Beim F-35A ergaben sich sowohl der höchste Nutzen und gleichzeitig die tiefsten Kosten, so der Bundesrat.

Gut eine Woche nach dem Entscheid des Bundesrats warnt jetzt ausgerechnet ein Bericht aus dem Herstellerland USA vor aktuellen und möglichen künftigen Problemen mit dem Jet, wie der «Tages-Anzeiger» (Bezahlartikel) schreibt. So habe sich zwar die technische Leistungsfähigkeit verbessert, der Flieger erfülle aber noch immer nicht «die Anforderungen an ein Kampfflugzeug».

Das Hauptaugenmerk des Berichts liegt auf den Kosten. Diese würden mit zunehmender Dauer immer stärker ansteigen. Das Verteidigungsministerium in den USA könnte sich demnach im Jahr 2036 mit einer Finanzierungslücke von sechs Milliarden Dollar konfrontiert sehen. «Nach unserer Analyse und nach Angaben von Beamten des US-Verteidigungsdepartements existiert derzeit kein Plan, um die Schere zwischen budgetierten und erwarteten Kosten bei der F-35A zu schliessen», zitiert der «Tages-Anzeiger» aus dem Bericht.

Gelinge es nicht, die Kosten für den Jet zu senken, müsse man die Option in Betracht ziehen, auf den zusätzlichen Kauf von F-35-Jets zu verzichten oder zumindest die geplanten Flugstunden reduzieren. Der Stabschef der US Air Force ziehe sogar die Ablösung der F-35A durch einen günstigeren Kampfjet in Betracht.

Die Rüstungsbehörde Armasuisse sagt auf Anfrage des «TA», dass die Offerte sowie die Zahlen für die Beschaffungskosten und Betriebskosten für die Schweiz verbindlich seien. Ausserdem könne man die Kosten zwischen verschiedenen Staaten nicht einfach vergleichen.

Das Government Accountability Office

Der Bericht aus den USA zu möglichen zukünftigen Problemen und allfälligen Kosten des F-35 stammt vom Government Accountability Office (GOA). Es handelt sich dabei um den parteipolitisch unabhängigen Rechnungshof. Gegenüber dem US-Kongress fungieren sie in einer ähnlichen Rolle wie die Eidgenössische Finanzkontrolle beim Bund.

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(dmo)

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