Milchpreise steigen - Jetzt werden Joghurt, Butter und Käse teurer

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Milchpreise steigenJetzt werden Joghurt, Butter und Käse teurer

Weltweit klettern die Milchpreise in die Höhe. Schweizer Bauern können darum bald mehr für ihre Milch verlangen. Dadurch steigen auch die Kosten für Milchprodukte.

von
Barbara Scherer
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Milchfans müssen bald tiefer ins Portemonnaie greifen.

Milchfans müssen bald tiefer ins Portemonnaie greifen.

20min/Matthias Spicher
Die Preise für Joghurt, Butter und Käse steigen bald.

Die Preise für Joghurt, Butter und Käse steigen bald.

20min/Marco Zangger
Denn die Milchpreise gehen weltweit durch die Decke.

Denn die Milchpreise gehen weltweit durch die Decke.

20min/Matthias Spicher

Darum gehts

  • Für Milchprodukte müssen Schweizerinnen und Schweizer bald mehr hinblättern.

  • Denn weltweit steigen die Milchpreise.

  • Darum müssen auch Schweizer Bäuerinnen und Bauern ab April oder Mai mehr Geld für die Milch verlangen.

Die Milchpreise gehen weltweit durch die Decke. So ist der Durchschnittspreis bei der globalen Milchauktion Global Dairy Trade Anfang Woche um 4,2 Prozent auf 4840 US-Dollar pro Tonne geklettert. Schon an der letzten Auktion vor einem Monat sind die Preise um vier Prozent gestiegen.

Auch in der Schweiz werden die Milchpreise steigen, wie Pierre-André Pittet, Vizedirektor Schweizer Milchproduzenten SMP, gegenüber 20 Minuten sagt: «Schweizer Milchbauern können wohl ab April oder Mai rund drei Rappen mehr pro Kilogramm Milch verlangen.» Denn ab diesem Zeitpunkt müsse die Branchenorganisation Milch den Richtpreis erhöhen.

Diese Preissteigerung werde sich dann aber auch im hiesigen Detailhandel bemerkbar machen. «Milchprodukte werden darum leicht teurer werden müssen», so Pittet. Für Joghurt, Butter und Käse dürften Schweizerinnen und Schweizer also bald mehr bezahlen.

Grund dafür sei die weltweit steigende Nachfrage nach Milchprodukten. «Gleichzeitig ist die Produktion in der EU zum ersten Mal seit zehn Jahren stabil. Es wird also gleich viel Milch wie im letzten Jahr produziert», so Pittet.

Kosten steigen in der Landwirtschaft

Dass Milchprodukte teurer werden in der Schweiz, bestätigt auch der Bauernverband: «Eine Preisanpassung ist notwendig», sagt Präsident Markus Ritter zu 20 Minuten. Denn allgemein seien die Kosten in der Landwirtschaft gestiegen – etwa für DüngerTreibstoffe und Bauarbeiten (siehe Box unten).

Darum sei der Preisaufschlag bei der Milch für die Bauern und Bäuerinnen zwar schön, aber kein Grund zum Feiern: «Es ist eine Notwendigkeit: Die Bauern brauchen mehr Geld für die Milch, um die höheren Kosten zu decken», so Ritter. 

Bauern kriegen weltweit mehr Geld

Weltweit dürften Bauern und Bäuerinnen von den steigenden Preisen profitieren. Der neuseeländische Molkereiriese Fonterra hat seine Auszahlung an die Landwirte für die laufende Saison das dritte Mal hintereinander angehoben.

Man rechne jetzt mit einem neuen Rekordpreis von rund 9.20 Neuseeland-Dollar pro Kilogramm Milchfeststoffe, wie das Nachrichtenportal für Landwirtschaft «Agrarheute» schreibt. Das wäre der höchste Preis seit der Gründung von Fonterra im Jahr 2001. 

Dünger-Pflichtlager geöffnet

Das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) hat eine Pflichtlagerfreigabe des Düngers per 15. Januar beschlossen. Insgesamt hält die Schweiz 17’000 Tonnen Reinstickstoff im Pflichtlager. Für die ganze Saison würde das laut WBF nicht reichen, es soll aber eine erste Düngung der Kulturen sicherstellen, die für das Wachstum im Frühling wichtig ist, wie es auf Anfrage heisst. Sollten die fehlenden Mengen mittelfristig nicht mit Importen abgedeckt werden können, sei mit reduzierten Ernteerträgen zu rechnen.

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