Aktualisiert 09.04.2018 06:24

Basler Startup-Idee

Jetzt wird auch das Velo zum Werbeträger

Velofahrer können ihren Drahtesel als Werbefläche zur Verfügung stellen und dabei gutes Geld verdienen. In Basel startet die Idee bereits durch. Andere Schweizer Städte stehen in den Startlöchern.

von
daf

Velofahren und dabei Geld verdienen? Diese Idee setzen vier junge Unternehmer aus der Region Basel gerade in die Tat um. Sie montieren Privatpersonen eine Werbebox auf den Gepäckträger, diese kurven dann damit auf der Strasse herum und kassieren dafür einen fixen Betrag pro Woche.

Hinter dem Konzept steckt das Startup Working Bicycle. Am Samstag ist die erste grosse Werbekampagne gestartet. Die Veranstalter der Muba in Basel werben auf 100 Gepäckträgern. Die Boxen, auf denen die Werbung gezeigt wird, haben die Mitarbeiter des Startups Working Bicycle am Samstag in Basel auf die Velos montiert. An freiwilligen Velofahrern fehlt es nicht: «Über 500 Personen haben sich in Basel bereits angemeldet, um auf ihrem Gepäckträger Werbung zu zeigen», sagt der 23-jährige Luca Tschudi. Der Wirtschaftsstudent hat Working Bicycle zusammen mit drei jungen Partnern auf die Beine gestellt.

Fahrdistanz wird aufgezeichnet

Jene Velofahrer, die bei der aktuellen Kampagne noch nicht zum Zug kommen, werden in den nächsten Monaten für andere Firmen Werbung machen dürfen. Für ihre Arbeit kriegen die Radler 22.50 Franken pro Woche. Wenn man die Werbebox fix kauft und damit herumfährt, gibts sogar 25 Franken per sieben Tage, wie die Jungunternehmer auf ihrer Website schreiben.

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In Basel nun öfter zu sehen: Werbeboxen auf Gepäckträgern sind der neuste Trend.

In Basel nun öfter zu sehen: Werbeboxen auf Gepäckträgern sind der neuste Trend.

20 Minuten/daf
Die Idee: Unternehmen buchen Werbung auf mobilen Werbeboxen. Diese werden von Privatpersonen herumgefahren, die dafür wiederum wöchentlich Geld erhalten.

Die Idee: Unternehmen buchen Werbung auf mobilen Werbeboxen. Diese werden von Privatpersonen herumgefahren, die dafür wiederum wöchentlich Geld erhalten.

20 Minuten/daf
Dahinter stehen vier junge Unternehmer, die während ihres Studiums das Start-up Working Bicycle gegründet haben.

Dahinter stehen vier junge Unternehmer, die während ihres Studiums das Start-up Working Bicycle gegründet haben.

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Damit die Radler am Ende der Woche auch ihr Geld erhalten, müssen sie laut Tschudi pro Woche jeweils mindestens zehn Kilometer gefahren und dreimal aufs Velo gestiegen sein. Das sei aber kein Problem: «In Basel fahren unsere Kunden im Schnitt 40 Kilometer pro Woche und benutzen sechsmal das Velo.» Gemessen wird das mittels eines Tracking-Geräts, das den Ort und die Fahrdistanz aufzeichnet.

«Riesiges Potenzial»

Tschudi und seine drei Mitstreiter haben das Startup während ihres Studiums gegründet. Beim kleinen Uni-Projekt soll es aber nicht bleiben. «Wir haben gemerkt, welch riesiges Potenzial da drin steckt», sagt Tschudi. Die nächsten Werbekampagnen seien bereits ausgebucht. So konzentriere man sich immer mehr auf Working Bicycle. Auch bei den Werbekunden siehts gut aus: «Wir haben diverse Projekte in den nächsten drei Monaten, und auch für Januar 2019 konnten wir schon Verträge mit Unternehmen abschliessen», sagt Tschudi.

Jene, die sich für Working Bicycle auf den Sattel setzen, sind ebenfalls oft Studierende. «Ich kann das Geld gut gebrauchen und verdiene es hier einfach», meint Florian Geiser (20), der an der Uni Basel studiert und nun bei der ersten Werbekampagne mitstrampelt. Ebenfalls an Bord ist Schauspiel-Studentin Jennifer Bühler, wenn auch sehr spontan: «Ich muss jeden Rappen umdrehen», so die 25-Jährige. Für alles und jeden würde sie aber nicht werben. «Mein Velo liegt mir doch am Herzen», sagt sie.

Die nächsten Ziele sind Zürich, Bern und Co.

Laut Tschudi können die Velofahrer selbst wählen, wann und bei welcher Kampagne sie mitfahren wollen. Denn: «Man muss sich für jede Kampagne neu bewerben und nach Ende einer Werbeperiode die Box wieder abmontieren.» Langzeitreservationen gibts nicht. Die Plätze seien sehr begehrt, so Tschudi.

Anscheinend so begehrt, dass die jungen Unternehmer bereits expandieren wollen. Zürich, Winterthur, Bern und Luzern sind die nächsten Städte, in denen die Velowerbung Fuss fassen soll. Auch dort gilt es, klein anzufangen. «In Zürich haben sich in den ersten Tagen bislang 100 Velofahrer angemeldet, in den anderen drei Städten insgesamt 50», so die Betreiber von Working Bicycle.

Leichte Werbebox aus Holz

Die Box, auf der die Velofahrer die Werbung auf den Strassen zeigen, ist laut Angaben von Working Bicycle aus Birkenholz gefertigt und rund 1,5 Kilogramm schwer. Die rund 33 Zentimeter hohe und 23 Zentimeter breite Kiste ist wasserdicht, UV-beschichtet und mit allen Gepäckträgern kompatibel, wie das Unternehmen schreibt. (daf)

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