24.08.2020 18:33

Küche und Take-awayJetzt wird das ehemalige Desperado in Zürich zur Geisterküche

Das Desperado-Restaurant Zürich-West wird neu zur Geisterküche umfunktioniert. Dort wird das Essen für Lieferdienste hergestellt. Denn seit der Corona-Krise bestellen die Schweizer viel mehr Essen.

von
Barbara Scherer
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Kurz nachdem die Restaurantkette Desperado den Konkurs angemeldet hat, schloss auch der Franchisenehmer in Zürich. Das Lokal stand seither leer. 

Kurz nachdem die Restaurantkette Desperado den Konkurs angemeldet hat, schloss auch der Franchisenehmer in Zürich. Das Lokal stand seither leer.

Desperado
Jetzt wird das ehemalige Restaurant zu einer Geisterküche umfunktioniert. Das sind Restaurants ohne Gastraum oder Take-away, die nur aus Küche bestehen. (Symbolbild)

Jetzt wird das ehemalige Restaurant zu einer Geisterküche umfunktioniert. Das sind Restaurants ohne Gastraum oder Take-away, die nur aus Küche bestehen. (Symbolbild)

KEYSTONE
Weil das ehemalige Desperado in Zürich relativ gross ist, wird es einen kleinen Gastraum. Gäste müssen das Essen über einen Screen oder per App bestellen und erhalten es über eine Ausgabe. (Symbolbild)

Weil das ehemalige Desperado in Zürich relativ gross ist, wird es einen kleinen Gastraum. Gäste müssen das Essen über einen Screen oder per App bestellen und erhalten es über eine Ausgabe. (Symbolbild)

imago images/ZUMA Wire

Darum gehts

  • Die Familie Wiesner Gastronomie AG eröffnet in Basel, Zürich und Bern Geisterküchen.
  • Dort wird das Essen für den Lieferservice verschiedener Restaurantketten hergestellt.
  • Denn seit der Corona-Krise lassen sich die Schweizer viel mehr Essen nach Hause liefern.

Auf Ende Februar schloss die Zürcher Desperado-Filiale ihre Türen. Seither steht das Restaurant leer. Das soll sich jetzt ändern. Auf Ende Oktober wird das einstige Desperado zur Geisterküche umfunktioniert: Ein Ghost Kitchen beziehungsweise eine Geisterküche ist ein Restaurant, das nur aus einer Küche besteht .

Dort wird das Essen für den Lieferservice verschiedener Restaurantketten hergestellt. «Seit der Corona-Krise bestellen die Leute viel mehr und unsere Restaurant-Küchen sind teilweise überlastet», erklärt Daniel Wiesner, Co-Geschäftsführer der Familie Wiesner Gastronomie AG, dem das Lokal in Zürich gehört. Deshalb brauche es eine Extra-Küche.

Geisterküche ist schneller

Auf Tische und Stühle muss das ehemalige Desperado dann aber doch nicht ganz verzichten: «Weil die Lokalität so gross ist, werden wir einen kleinen Gastraum belassen», erklärt Wiesner. Dieser ist aber nicht bedient. Gäste müssen per Screen oder App das Essen bestellen und erhalten es vor Ort über eine Ausgabe.

«Der Vorteil einer Geisterküche ist, dass sie auf den Lieferservice ausgerichtet ist», so Wiesner. Das erleichtere den Lieferanten das Abholen, womit das Essen schneller bei den Kunden sei. Auch könne die Qualität des Essens verbessert werden: «Mit diesem System sollte es kein kaltes Lieferessen mehr geben.»

Dieses Restaurant existiert nur online

Es ist nicht die erste Geisterküche der Familie Wiesner: Im Lockdown wurde im zweiten Stock des Basler Singerhauses eine solche Küche eingerichtet. Dank der Geisterküche sei es möglich gewesen, die Kunden trotz Corona weiter zu bedienen. Eine dritte Geisterküche wird zudem in Bern ab Anfang Oktober eröffnen.

Seit Ende Juli betreibt die Familie Wiesner zudem das erste virtuelle Restaurant Poke Nation: «Dieses Restaurant existiert nur im Internet», erklärt Wiesner. Wer eine Poke Bowl, ein hawaiisches Reisgericht, essen möchte, muss dieses online bestellen. Hergestellt wird es dann in der Geisterküche in Basel und ab Ende Oktober auch in Zürich.

Im Ganzen betreibt die Familie Wiesner Gastronomie schweizweit 30 Restaurants und hat rund 580 Angestellte. Zu den Konzepten gehören neben der virtuellen Poke Nation etwa die Negishi-Sushi-Bars, die asiatischen Nooch-Restaurants und die Burger-Lokale The Butcher.

Es gibt nur noch ein Desperado in der Schweiz

Die Restaurant-Kette Desperado meldete im November 2019 Konkurs an. Darauf mussten 9 von 12 Filialen schliessen. Nur die drei selbständigen Franchisenehmer in Zürich-West, Mosseedorf BE und Gerlafingen SO führten den Betrieb weiter. Nachdem auf Ende Februar auch der Standort Zürich-West seinen Betrieb einstellte, schloss Ende April das Desperado-Lokal in Mosseedorf ebenfalls. Damit verbleibt in Gerlafingen die letzte Desperado-Filiale.

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26 Kommentare
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Leider

25.08.2020, 10:44

Alles nur noch Komödienstadl.

Martial2

25.08.2020, 10:28

Bei uns findet kein Ghost Kitchen statt, sondern es wird echt und fein gekocht. Kochen ist mein Hobby!

Und tschüss

25.08.2020, 08:50

Ach guck, die Zensurfuzzis sind wieder unterwegs 😁 was habe ich heute gehört? 40 Entlassungen ihn eurer Medienlandschaft? Viel zu wenig finde ich 😁😁😁