36 Nutztiere gerissen: Jetzt wird der Wolf im Gantrisch abgeschossen
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36 Nutztiere gerissenJetzt wird der Wolf im Gantrisch abgeschossen

Der Kanton Bern verfügt den Abschuss von Wölfin F78. Grund sei der Schaden, den sie an Nutztieren angerichtet habe. Der Abschuss muss bis Ende März erfolgen.

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Dem Wolf fielen zahlreiche Schafe zum Opfer, unter anderem in Toffen, Riggisberg und Helgisried. (Symbolbild)

Dem Wolf fielen zahlreiche Schafe zum Opfer, unter anderem in Toffen, Riggisberg und Helgisried. (Symbolbild)

imago images/Eibner Europa
Nun verfügt das Jagdinspektorat des Kantons Bern den Abschuss von Wölfin F78. (Symbolbild)

Nun verfügt das Jagdinspektorat des Kantons Bern den Abschuss von Wölfin F78. (Symbolbild)

BOM
Grund für diesen Entscheid sei der «erhebliche Schaden an Nutztieren», den die Wölfin verursacht hat, schreibt das JSV in seiner Mitteilung.

Grund für diesen Entscheid sei der «erhebliche Schaden an Nutztieren», den die Wölfin verursacht hat, schreibt das JSV in seiner Mitteilung.

Karte: Amt für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern

Darum gehts

  • Die Wölfin F78 hat zu viele Nutztiere gerissen: Der Kanton hat den Abschuss des Tieres verfügt.

  • Der Abschuss muss bis Ende März im Perimeter Gürbetal, Stockental, Längenberg und Gantrischgebiet erfolgen.

  • Er ist einzig Wildhütern erlaubt.

Das Jagdinspektorat des Kantons Bern verfügt den Abschuss von Wölfin F78. Grund für diesen Entscheid sei der «erhebliche Schaden an Nutztieren», den die Wölfin verursacht hat, teilt das JSV mit. Ein solcher Schaden ist gemäss Jagdverordnung unter anderem gegeben, wenn im Streifgebiet eines Wolfs «mindestens 35 Nutztiere innerhalb von vier Monaten getötet werden». Dabei zählen Nutztiere in Gemeinden ohne frühere Wolfspräsenz auch dann, wenn die Tiere ungeschützt waren. Im Fall von F78 waren es 36 solche Tiere (siehe Infobox).

Das Jagdinspektorat hat die Verfügung am Freitag dem Bundesamt für Umwelt und den Organisationen mit Verbandsbeschwerderecht eröffnet, wie es weiter in der Mitteilung heisst. Ziel sei es, weitere Schäden am Nutztierbestand zu verhindern. Die Abschussbewilligung ist befristet bis Ende März 2021 und wird nur Wildhütern erteilt. Ab dem 1. April gilt für weibliche Wölfe bis Ende Juli ein besonderer Schutz für die Fortpflanzung und die Aufzucht von Jungtieren. Der Abschussperimeter umfasst die Gemeinden in der Region Gantrisch, im Stocken- und Gürbetal, auf dem Längenberg und die Gemeinde Köniz.

«Der Herdenschutz muss besser werden»

Alle von F78 gerissenen Tiere waren zwar eingezäunt, allerdings entsprach der Zaun nur in einem Fall den Anforderungen des Herdenschutzes. Jagdinspektorat und kantonale Herdenschutzberatung hätten sich «intensiv» darum bemüht, die Riss-Serie von F78 zu unterbrechen, schreibt das JSV. So habe man wiederholt an die Nutztierhalterinnen und -halter appelliert, den Schutz ihrer Tiere zu verbessern. Informationen per SMS, E-Mail, Newsletter, Beratungen durch den Herdenschutzbeauftragten des Kantons Bern, mehr Geld für wolfsichere Zäune und sogar eine Vergrämungsaktion: Keine der Massnahmen hätten ausreichend Erfolg gebracht. Zwar verstärkte ein Teil der Nutztierhalterinnen und -halter die Zäune oder stellte die Schafe über Nacht im Stall ein. «Doch die Wölfin fand immer wieder ungenügend geschützte Tiere.»

«Es gibt deshalb leider keine andere Möglichkeit als einen Abschuss», wird Jagdinspektor Niklaus Blatter zitiert. Die Wölfin werde weiter Nutztiere reissen, weil es bisher zu einfach gewesen sei und sie sich inzwischen darauf spezialisiert habe. Er sei aber weiterhin überzeugt, dass ein Nebeneinander von Grossraubtieren und Menschen möglich sei. «So ein Fall darf sich nicht wiederholen», sagt Blatter und erinnert daran, dass die Gemeinden im Gürbetal und im Gantrischgebiet künftig als Gemeinden mit Wolfspräsenz gelten werden. In solchen Gemeinden mit Wolfspräsenz werden gerissene Nutztiere nur dann einem Abschusskontingent zugerechnet, wenn sie wolfssicher eingezäunt waren. «Klar ist, dass nun der Herdenschutz deutlich und nachhaltig besser werden muss.»

Die Wölfin F78 tauchte im Herbst 2020 erstmals auf

Die Geschichte von F78 begann am 11. Oktober in Toffen: Ein Wolf hatte drei Schafe gerissen, ein weiteres musste getötet werden. Mit der DNA-Probe wurde erstmals die Wölfin F78 in der Schweiz nachgewiesen. Vier weitere genetische Nachweise bei Rissen und viele Sichtungen im Gebiet lassen den Schluss zu, dass sämtliche Risse in der Region Gürbetal / Gantrisch zwischen dem 11. Oktober und dem letzten Vorfall am 8. Februar 2021 in Burgistein auf das Konto von F78 gehen. Insgesamt waren es 29 Vorfälle, bei denen die Wölfin 32 Tiere riss, 20 mussten getötet werden, vier Tiere gelten als vermisst. Für das Abschusskontingent zählen 22 gerissene und 14 notgetötete Tiere. Nicht zum Kontingent zählen jene Nutztiere, die nicht ausreichend geschützt waren, obwohl in der Gemeinde schon früher ein Wolf unterwegs war.

(sul)

Deine Meinung

265 Kommentare
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Rosa17

20.02.2021, 22:42

Fazit dieser ganzen Diskussion: der Wolf wird nicht abgeschossen! Die Bergbauern müssen sich ein anderes Konzept ausdenken, ansonsten aufhören, in so ein Naturschutzgebiet einzubrechen.

Salpeterli

20.02.2021, 21:47

Habe den Wolf in einem M3 am Steuer gesehen. Also um sicher zu sein, feuert mal auf die M3

Kein Zustupf mehr

20.02.2021, 17:24

Steuern sparen. Ganz einfach.