VW-Porsche: Jetzt wird verhandelt
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VW-PorscheJetzt wird verhandelt

Die Gespräche zur Fusion von Volkswagen und Porsche sollen bereits kommende Woche beginnen. Volkswagen macht sich derweil sorgen um sein Kreditrating.

Nächste Woche gehen sie los, die Verhandlungen zur Fusion von Volkswagen und Porsche: Von Porsche-Seite nehmen Vorstandschef Wendelin Wiedeking und Finanzvorstand Holger Härter teil, VW wird voraussichtlich von Konzernchef Martin Winterkorn und Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch vertreten. Für Niedersachsen wird die Staatskanzlei teilnehmen, wie ein Regierungssprecher sagte.

Unterdessen fürchtet Volkswagen offenbar, dass die Kreditwürdigkeit des Konzerns im Zuge des Zusammenschlusses leiden könnte. Der Erhalt der bestehenden Ratings habe «höchste Priorität» in den anstehenden Gesprächen, teilte VW mit. VW hat bei den Ratingagenturen vergleichsweise gute Ratings: bei Moody's A3, bei Standard and Poor's A-. Die Ratings sind eine Einschätzung der Kreditwürdigkeit. Firmen mit guten Ratings kommen einfacher an Kredite und müssen weniger Zinsen zahlen.

Kaum berechenbare finanzielle Lasten

Offenbar sorgt sich VW darum, dass durch die Fusion mit Porsche kaum berechenbare finanzielle Lasten entstehen. Das könnte die Einstufung gefährden und höhere Kosten für Kredite auslösen. Im Zuge der Fusion soll es bei Porsche zu einer Kapitalerhöhung von geschätzten 5 Milliarden Euro kommen.

Am Mittwochabend hatten sich die Porsche-Eigentümerfamilien auf eine Fusion des hoch verschuldeten Sportwagenbauers mit dem VW-Konzern geeinigt. Einzelheiten sollen die Vorstände beider Firmen innerhalb von vier Wochen ausarbeiten. Auch Minderheitsaktionär Niedersachsen und die Arbeitnehmervertreter sollen eingebunden werden. Ohne ihre Zustimmung ist die geplante Neuausrichtung unmöglich.

Niedersachen will seinen Einfluss behalten

Niedersachsen machte bereits klar, dass der eigene Einfluss bei VW durch die Neuordnung nicht verwässert werden dürfe. Das Land ist nach Porsche zweitgrösster VW-Aktionär und verfügt aufgrund des VW-Gesetzes mit einem Aktienanteil von gut 20 Prozent über eine Sperrminorität.

Der Fahrplan des Zusammenschlusses könnte so aussehen: Innerhalb von vier Wochen sollen die Vorstände beider Firmen Einzelheiten der Fusion ausarbeiten. Dann müssen Aufsichtsräte und Hauptversammlungen zustimmen. VW-Kreise sagten, das ganze Projekt solle vor den Werksferien im Juli über die Bühne gebracht werden.

Porsche hält an dem grössten europäischen Autohersteller knapp 51 Prozent der Anteile, übernahm sich aber mit dem Kauf der Anteile und ist inzwischen mit 9 Milliarden Euro hoch verschuldet. In der Porsche-Holding kommt es nach den Plänen zu einer Kapitalerhöhung, Bankenkreisen zufolge in einem Umfang von 5 Milliarden Euro. (dapd)

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