Langsamer als Ricciardo: Jetzt wird Vettels Talent angezweifelt
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Langsamer als RicciardoJetzt wird Vettels Talent angezweifelt

Beim GP von China fuhr Sebastian Vettel auf Rang 5. Gar nicht so schlecht, würde man meinen. Doch der Weltmeister musste sich vom Teamkollegen überholen lassen – eine Demütigung.

von
fbu

«Let Daniel pass – lass Daniel vorbei!» Diese Ansage vom Red-Bull-Kommandostand in der 25. Runde des GPs von China dürften Sebastian Vettel einen Stich in sein Rennfahrer-Herz versetzt haben. Für den viermaligen Weltmeister kommt das einer Demütigung gleich. Er, der in den vergangenen Jahren als «Wunderkind» gefeiert wurde, ist im Duell mit seinem neuen Teamkollegen Daniel Ricciardo ins Hintertreffen geraten.

Besonders deutlich zeigen das die Qualifyings in dieser Saison auf. In Schanghai absolvierten die Formel-1-Fahrer das vierte Rennen. In den vier Qualifyings war Ricciardo dreimal besser als sein weltmeisterlicher Teamkollege. Liegt es am Fahrzeug oder an den Fahrern? «Es sind natürlich ein paar Sachen, die immer unterschiedlich sind. Alles in allem haben wir aber das gleiche Auto», muss Vettel selbst zugeben. Er fühle sich noch nicht richtig wohl in seinem Boliden, versuche aber das Beste herauszuholen. Dies klappt offensichtlich bei Ricciardo besser. Und so muss Vettel bilanzieren: «Wenn er schneller ist, dann macht er einfach den besseren Job. Das passt mir dann zwar nicht so, aber so ist das nun mal.»

Vettel nur stark mit starkem Auto?

Nach vier goldigen Jahren ist Vettel damit in die grösste Krise seiner Karriere geschlittert – und insbesondere die deutschen Medien werden nicht müde, auf die schlechteren Resultate hinzuweisen. Zuletzt wird gar die Frage nach dem Talent Vettels in die Runde geworfen. Aufgrund seiner Siegesserien wird der Deutsche mit Michael Schumacher, Juan Manuel Fangio, Alain Prost und Ayrton Senna verglichen. Sie waren respektierte Autoritäten ihrer Zeit.

Bei Vettel hingegen wurde schon oft der Vorwurf laut, dass er vor allem von einem unglaublich starken Boliden profitiert habe. Dass er nun erstmals schwächelt, wenn Red Bull die Konkurrenz nicht mehr zu dominieren vermag, bringt diese kritischen Stimmen sicherlich nicht zum Verstummen. Kein Wunder also, trottete Vettel in Schanghai mit hängenden Schultern von dannen.

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