Nach US-Grenzöffnung - Jetzt wollen Schweizer Touristen nach New York zum Christmas-Shopping
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Nach US-GrenzöffnungJetzt wollen Schweizer Touristen nach New York zum Christmas-Shopping

Die arg gebeutelten Reisebüros freuts: Nachdem die USA die Öffnung ihrer Grenzen für europäische Touristinnen und Touristen angekündigt haben, verzeichnen sie zahlreiche Kundenanfragen.

von
Fabian Pöschl
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Die USA wollen ihre Grenzen für europäische Touristinnen und Touristen öffnen. Hoch im Kurs stehen laut den Reisebüros Weihnachtsferien in New York.

Die USA wollen ihre Grenzen für europäische Touristinnen und Touristen öffnen. Hoch im Kurs stehen laut den Reisebüros Weihnachtsferien in New York.

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Hoch im Kurs stehen auch Badeferien in Florida…

Hoch im Kurs stehen auch Badeferien in Florida…

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…Kalifornien…

…Kalifornien…

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Darum gehts

  • Die USA öffnen ihre Grenzen für geimpfte europäische Touris.

  • Reisebüros verzeichnen nun zahlreiche Kundenanfragen und holen Angestellte aus der Kurzarbeit.

  • Das musst du nun bei US-Reisen beachten.

Für anderthalb Jahre galt ein Reise-Stopp in die USA. Im November will das Land die Grenzen wieder öffnen. Vollständig geimpfte Schweizer Touristinnen und Touristen können dann wieder rein, hiess es am Montag. Ob den Ausschlag dafür die Corona-Inzidenz gegeben hat, oder US-Präsident Joe Biden damit die Wogen im U-Boot-Krach mit Frankreich glätten will, dürfte USA-Fans egal sein.

Auch die Reisebüros freuts. «Der Nachholbedarf ist gross», sagt ein Sprecher von Knecht Reisen auf Anfrage. Das Unternehmen verzeichne «zahlreiche Kundenanfragen in den Filialen und auf der Webseite». Auch Globetrotter registriert laut einem Sprecher vermehrt Anfragen für USA-Reisen und will nun die Angestellten aus der Kurzarbeit holen.

Die USA ist eine der beliebtesten Feriendestinationen

Bei Kuoni treffen ebenfalls erste Anfragen ein. In den kommenden Tagen soll sich die Nachfrage aber noch stärker bemerkbar machen. «Die USA zählt zu den beliebtesten Destinationen von Schweizerinnen und Schweizern überhaupt, und nicht wenige Kundinnen und Kunden haben sehnsüchtig auf diese Nachricht gewartet», sagt ein Sprecher.

Momentan stehe zwar keine Hochsaison für Ferien in den USA an. Doch bei Kuoni sei man zuversichtlich, dass das Buchungsvolumen nach und nach ansteigt, sodass die USA und Kanada im kommenden Sommer wieder die beliebteste Langstreckendestination bilden werden, sagt der Kuoni-Sprecher.

Bei Tui melden sich vor allem jene Kundinnen und Kunden, die ihre USA-Reise verschieben mussten. Für den Winter würden sich die Reisehungrigen spontan noch für ein Christmas-Shopping in New York oder Badeferien in Florida entscheiden.

Auch Walter Kunz, Geschäftsführer des Schweizer Reise-Verbands sieht primär die zwei Destinationen Florida und New York für die Weihnachtsferien im Fokus bei den Touristinnen und Touristen. Knecht Reisen erwartet ausserdem Buchungen für die Ziele Kalifornien, Hawaii oder die Südstaaten.

Reisebüro-Krise noch nicht zu Ende

Für die in der Corona-Krise arg gebeutelten Reisebüros verbessert sich die Situation nun dank der US-Grenzöffnung, sagt Christian Laesser, Tourismus-Professor an der Universität St. Gallen, zu 20 Minuten. Aus der Krise raus seien sie damit aber noch nicht.

«Der November ist ein eher schwacher Monat zum Reisen und für grosse Touren ist es zu kalt. Da bleiben nur Städtereisen, für die es keine grosse Planung beim Buchen braucht. Da bleibt den Reisebüros nicht viel übrig», sagt Laesser. Viel mehr als die Reisebüros würden derzeit deshalb die Airlines und Autovermieter profitieren. Das zeigt sich bei den Buchungen. Die Swiss stellt seit der Ankündigung am Montag «eine deutliche Steigerung der Buchungsdynamik fest», wie eine Sprecherin sagt.

Das musst du beim US-Trip beachten

Wann soll ich buchen?

Die angefragten Reisebüros empfehlen frühe Buchungen, um sich die Traumreise wunschgemäss sichern zu können. «Kapazitäten für beliebte Ferientage wie Weihnachten oder Silvester werden bestimmt schnell gut gebucht sein», sagt die Tui-Sprecherin. Frühe Buchungen seien auch bei Wohnmobilen und Mietwagen zu empfehlen.

Steigen jetzt die Preise für US-Reisen?

Davon ist auszugehen. Die Infrastruktur in den USA war während der Pandemie auch durch amerikanische Reisende sehr gut ausgelastet, wie der Sprecher von Knecht Reisen sagt. Daher werde das Preisniveau eher nicht sinken. Auch bei Hotelplan und bei der Swiss rechnet man aufgrund der steigenden Nachfrage mit tendenziell steigenden Preisen.

Was brauchts zur Einreise?

Wer in den USA Ferien machen will, braucht ausser Pass und ausgefülltem ESTA-Antrag den Nachweis eines vollständigen Impfschutzes. Allerdings ist noch unklar, ob das Schweizer Zertifikat gilt, oder welche Nachweise Schweizer Touristinnen und Touristen vorlegen müssen, wie Patric Arn, Leiter des Instituts für Tourismus und Freizeit an der Fachhochschule Graubünden, zu 20 Minuten sagt.

Was muss ich wegen Corona sonst noch beachten?

Die Zahl der Corona-Todesfälle ist in den letzten zwei Wochen um 30 Prozent gestiegen. «Dies zeigt, dass trotz der grossen Impfanstrengungen die Lage noch volatil ist», sagt Tourismusexperte Arn. Da in den USA die Pandemie-Massnahmen generell in der Verantwortung der einzelnen Bundesstaaten liegen, könnten die Restriktionen je nach Staat und manchmal sogar je nach Stadt ganz unterschiedlich ausfallen. In verschiedenen Destinationen gilt in der Öffentlichkeit generell noch immer eine Maskenpflicht; Restaurants sind offen, haben aber ihre Abstandregeln beibehalten.

Was gibt es Neues für Touris?

Nicht viel. «Grössere Investitionen im Tourismussektor wurden aufgrund der unsicheren Lage in den letzten Monaten kaum getätigt», sagt Tourismusexperte Arn. Allerdings könnten traditionell stark besuchte Destinationen und Sehenswürdigkeiten eine weniger grosse Anzahl von Besucherinnen und Besuchern aufweisen. Auch die grossen Metropolen wiesen wegen des fast zum Erliegen gekommenen Geschäftstourismus eine viel geringere Besucherdichte auf.

Kann ich immer noch so günstig shoppen in den USA?

Nein, die Verbraucherpreise sind in den USA in den letzten zwölf Monaten um rund 5,4 Prozent gestiegen. Schnäpplijäger dürften aber trotzdem fündig werden. «Verschiedenste Produkte und Dienstleistungen sind aber im Vergleich zur Schweiz noch immer günstiger», sagt Tourismusexperte Arn.

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