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«Jo Siffert – Live Fast, Die Young»«Jo Siffert»: Renn-Doku mit angezogener Handbremse

Der Film über das Leben des Freiburger Rennfahrers Jo Siffert hätte ein grosser Wurf werden können.

Allein Sifferts Biographie liefert herrlich tragisches Rohmaterial: Ein junger Freiburger aus armen Verhältnissen kämpft sich dank seiner Verwegenheit unter die weltbesten Rennfahrer vor – und stirbt 1971 bei einem Unfall. Netz Maeschi, bekannt von Stereophonic Space Sound Unlimited, lieferte einen Seventies-Soundtrack, der perfekt zum Thema passte: Das liess aufhorchen.

Die Doku wurde schliesslich für den Schweizer Filmpreis nominiert – kriegte ihn aber zu Recht nicht. Zwar rollt er eindrücklich das Leben und die Karriere des Rennfahrers auf, schöpft aber die filmischen Möglichkeiten nicht aus. In traditioneller Manier werden Verwandte und Bekannte befragt, dazwischen die wenigen Archiv-Aufnahmen von Siffert geschaltet.

Die streng chronologische Erzählweise geht aber auf Kosten der Spannung. Zudem bleibt der Film dort, wo er zeitgeschichtlich am spannendsten wäre, an der Oberfläche: Zum Beispiel bei den Aussagen von Sifferts Freund Jean Tinguely, der mit wenig mehr als einem Satz zitiert wird. Ansehen lohnt sich aber trotzdem – zumindest fürs nationale Ego. Denn es wird bewiesen: Auch im Rennsport fuhren wir mal ganz vorne mit.

Claudia Schlup

«Jo Siffert – Live Fast, Die Young», Regie: Men Lareida, Hugofilm/Frenetic.

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