Job zumutbar: Studentin verliert gegen Vater vor Bundesgericht
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Job zumutbar: Studentin verliert gegen Vater vor Bundesgericht

Ein Beitrag von 20 Prozent zum Lebensunterhalt ist angemessen. Die Unterhalts-Klage einer Studentin gegen ihren Vater ist vor dem Bundesgericht abgeblitzt.

Studenten ist es zumutbar, während ihrer Ausbildung einem Nebenerwerb nachzugehen und einen Teil ihres Lebensunterhalts selber zu verdienen. Das Bundesgericht hat in einem neuen Urteil eine Nebenerwerbstätigkit von 20 Prozent als durchaus angemessen betrachtet.

In einem Streit um die Unterhaltspflicht des Vaters gegenüber seiner erwachsenen, noch im Studium steckenden Tochter hatte das Aargauer Obergericht entschieden, dass die Tochter einen Eigenverdienst von 700 Franken monatlich erzielen kann. Die Tochter wehrte sich gegen die Anrechnung dieses Betrages bei der Berechnung ihres Notbedarfs und rief das Bundesgericht an.

Die II. Zivilabteilung des Bundesgerichts hat nun gemäss einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil entschieden, dass der Tochter eine Nebenerwerbstätigkeit von 20 Prozent, was 10,5 Arbeitswochen pro Jahr entspricht, zuzumuten ist und der Vater keine höheren Unterhaltsbeiträge berappen muss. Die Lausanner Richter verweisen im Urteil auf den Grundsatz, wonach die Eigenverantwortung - insbesondere des mündigen Kindes - der Unterhaltspflicht der Eltern vorgeht. Zudem sei laut einer Studie bekannt, dass die überwiegende Mehrheit der Studierenden - fast 80 Prozent - in irgendeiner Form erwerbstätig sei. Nach Meinung der Bundesrichter bleibt auch bei einer 20-prozentigen Erwerbstätigkeit ausreichend Zeit für Studium und Erholung.

(dapd)

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