Aktualisiert 09.10.2012 02:46

In Kriens stinkts mehr«Jobtausch» - Für eine Woche Müllmann in Rio

Der Krienser Müllmann Othmar Zurgilgen flog für die SRF-Sendung «Jobtausch» nach Brasilien. Jetzt würde er am liebsten auswandern.

von
Lena Berger

«Ich habe nach der Reise drei Wochen gebraucht, um mich wieder an die grimmigen Gesichter in der Schweiz zu gewöhnen», sagt Othmar Zurgilgen. Der 49-Jährige arbeitete – zusammen mit Arbeitskollege Franz Muheim – eine Woche in Rio de Janeiro. Dabei wurden sie von einem Kamerateam begleitet. Für ihn eine tolle Erfahrung: «Es ist eine andere Welt. Die Leute sind fröhlich bei der Arbeit – bei uns machen alle ‹en suure Stei›». Auch die Arbeit sei anders. «Der Müll stinkt nicht, weil kein Essen weggeworfen wird». Die Reichen würden ihre Reste den Armen verteilen. «Das finde ich toll. Bei uns wird bei Aktionen zugeschlagen und was nicht gebraucht wird, landet im Müll». Zurgilgen, der zuvor noch nie am Meer war, würde nun am liebsten auswandern. «Hätte ich meine Familie nicht hier, würde ich es sofort tun.»

In Zurgilgens Abwesenheit übernahmen zwei Brasilianer seinen Job. Seine Chefin Brigitte Heggli zieht ein positives Fazit. «Bei der Bevölkerung sind die beiden sehr gut angekommen – weil sie ständig Spässchen gemacht haben.» Sie würde die Brasilianer sofort einstellen. «Sie haben diese südamerikanische Herzlichkeit, von der wir Schweizer mehr brauchen könnten – sind aber auch seriös und wollen arbeiten.»

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