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Doktor Sex«Jocks, Strings oder gar keine Unterwäsche?»

Jeweils zu Beginn des Sommers steht John vor dieser delikaten Entscheidung. Aber in diesem Jahr fällt sie ihm besonders schwer.

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Ansprechende Unterwäsche ist möglicherweise wichtiger, als durchtrainierte Muskeln. (Symbolbild: Colourbox.com, Elnur Amikishiyev)

Ansprechende Unterwäsche ist möglicherweise wichtiger, als durchtrainierte Muskeln. (Symbolbild: Colourbox.com, Elnur Amikishiyev)

Frage von John (39) an Doktor Sex: Jetzt im Sommer, wenn die Temperaturen wieder entsprechend hoch sind, trage ich gerne Jocks oder Strings. Unter Leinenhosen ist es mir sogar am bequemsten ohne Unterwäsche. Ich darf von mir sagen, dass ich einen entsprechend trainierten Körper habe. Trotzdem findet meine aktuelle Freundin, dies sehe schwul aus. Was meinen Sie dazu?

Antwort von Doktor Sex

Lieber John

Die sexuelle Orientierung eines Menschen ist äusserlich nicht sichtbar. Egal, ob sich jemand bevorzugt mit Menschen des eigenen oder des anderen Geschlechts sexuell vergnügt, ob jemand gar keinen Sex hat oder sowohl mit Männern als auch mit Frauen in die Pfanne steigt: Weder die Kleider noch die Wohnungseinrichtung oder die Art, wie sich jemand bewegt und auch nicht, was ein Mensch am liebsten isst, lässt einen eindeutigen Schluss zu, was seine sexuelle Präferenz oder die bevorzugte Beziehungsform anbelangt. Der Vergleich deiner Freundin hinkt also total. Und die darin mitschwingende Abwertung der männlichen Homosexualität ist geschmacklos und sexistisch.

Ob du im Sommer leichtere oder gar keine Unterwäsche tragen willst, ist allein deine Entscheidung. Was deine Freundin darüber denkt, ist zweitrangig und betrifft sowieso nur den ästhetischen Aspekt der Sache. Du tust daher gut daran, nicht zu sehr auf ihr Urteil zu hören.

Wie auch immer du dich entscheidest: Die Qual einer möglicherweise unvorteilhaften Wahl fällt letztlich immer auf dich zurück. Sei es, dass du beim Sport in der Umkleidekabine von deinen Kumpels wegen der Strings belächelt wirst oder dass du – falls du tatsächlich nackt in die Leinenhose steigst – wegen allfälliger Flecken im Schritt am Arbeitsplatz oder an der Bar in einen Argumentationsnotstand gerätst. Aber auch wenn du dich für Klassiker wie Boxershorts, Pants oder einen Slip entscheidest, bist du gegen Ungemach nicht gefeit. In diesem Fall musst du zum Beispiel den sommerlichen Hitzestau in der Hose und die muffige Feuchtigkeit rund um dein Gemächt ertragen.

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