21.10.2020 10:16

Corona-Hotspot SchwyzJodelmusical-Organisator wehrt sich gegen Superspreader-Vorwürfe

Bei einem Jodelmusical sollen in Schwyz mehrere Personen mit dem Coronavirus infiziert worden sein. Das Schutzkonzept sei eingehalten worden, so die Veranstalter.

von
Gianni Walther
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Bei Vorstellungen des Jodelmusicals «Uf immer und ewig», hier bei einer Aufführung in Wattwil, sollen mehrere Personen in Schwyz mit dem Coronavirus infiziert worden sein.

Bei Vorstellungen des Jodelmusicals «Uf immer und ewig», hier bei einer Aufführung in Wattwil, sollen mehrere Personen in Schwyz mit dem Coronavirus infiziert worden sein.

Jodelmusical.ch
Der Veranstalter wehrt sich gegen Superspreader-Vorwürfe: Man habe das Schutzkonzept eingehalten und ein Darsteller habe erst zwei Tage nach den Vorstellungen Symptome entwickelt.

Der Veranstalter wehrt sich gegen Superspreader-Vorwürfe: Man habe das Schutzkonzept eingehalten und ein Darsteller habe erst zwei Tage nach den Vorstellungen Symptome entwickelt.

Jodelmusical.ch
Seither sind die Corona-Fallzahlen im kanton stark angestiegen. Im Spital Schwyz steigt die Auslastung seither.

Seither sind die Corona-Fallzahlen im kanton stark angestiegen. Im Spital Schwyz steigt die Auslastung seither.

sptial-schwyz.ch

Darum gehts

  • Bei einem Jodelmusical in Schwyz sollen mehrere Personen mit dem Coronavirus infiziert worden sein.

  • Die Veranstalter wehren sich: Die Vorschriften des BAG seien eingehalten worden.

  • Symptome hätte ein Darsteller erst nach den Vorführungen entwickelt.

  • Die Ansteckungen hätten auch in Beizen stattfinden können: Am selben Abend habe es in Beizen eine Freinacht gegeben.

Das Coronavirus hat den Kanton Schwyz noch immer fest im Griff, seit sich dieser zu einem Corona-Hotspot entwickelt hat. Verbreitet haben soll sich das Coronavirus Ende September etwa an zwei Vorstellungen eines Jodelmusicals mit rund 600 Besuchern im Mythen Forum in Schwyz.

Dagegen wehren sich nun die Veranstalter des Jodelmusicals «Uf immer und ewig». «Dass uns der Schwarze Peter von allen Seiten zugeschoben wird, ist total unfair. Wir haben nichts falsch gemacht und die Vorschriften des BAG eingehalten», sagt der Veranstalter und Darsteller Erwin Bertschy (52) gegenüber Blick.

Am selben Abend hätte es in Schwyz eine Beizen-Freinacht gegeben, doch das erwähne niemand: «Die Lokale waren rappelvoll, es gab kein Durchkommen. Auch von hier könnten Ansteckungen stammen.» Den Kantonsbehörden sei bekannt, dass es mehrere mögliche Veranstaltungen gegeben hat, bei denen Ansteckungen möglich waren. Es gebe zwar Mutmassungen, dass ein Event zu mehreren Ansteckungen geführt hat. Beweise gebe es keine, so der Kanton.

Mit diesem Video appelliert die Schwyzer Spitalleitung nach dem Coronavirus-Ausbruch in Schwyz an die Bevölkerung, Schutzmassnahmen zu ergreifen.

Spital Schwyz

Musical führte letzte Woche Maskenpflicht ein

Es ist laut Bertschy für die Organisatoren klar gewesen, dass sie bei auftretenden Covid-19-Symptomen keine Vorstellungen durchführen. Ein infizierter Darsteller hatte jedoch erst zwei Tage nach der letzten Vorstellung «leichtes Fieber und einen milden Husten» entwickelt. «Der Test war positiv, alle zwanzig Darsteller gingen in Quarantäne. Drei weitere erhielten später einen positiven Corona-Bescheid», sagt Bertschy zum Portal weiter.

Wie viele Leute sich an jenen Vorstellungen infiziert hatten, kann man nicht sagen. Bertschy weiss von mindestens zwei Personen im Publikum, die angesteckt wurden. Beim Musical hat man nun reagiert: «Schon letzte Woche haben wir eine Maskenpflicht fürs Publikum beschlossen – vor dem Bund». Auch künftige geplante Vorführungen würden mit Schutzkonzept durchgeführt.

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