Lungenkrebs: John Updike ist tot
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LungenkrebsJohn Updike ist tot

Der US-Schriftsteller John Updike ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Updike galt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Autoren der USA: Er verfasste mehr als 20 Romane und hunderte Kurzgeschichten, Essays und Kritiken.

Der zweifache Pulitzer-Preisträger erlag nach Angaben seines Verlages einem Lungenkrebsleiden.

Updike lebte zuletzt in einem Pflegeheim im Norden von Boston. Zu seinen berühmtesten Büchern gehören die fünf Rabbit-Romane von «Hasenherz» 1960 bis zu «Rabbit, eine Rückkehr» 2002.

Updike, der sich schon in jungen Jahren zum Ziel gesetzt hatte, jedes Jahr ein Buch zu veröffentlichen, kam im Laufe seiner brillanten Karriere auf insgesamt 60 Bände, ausser Romanen auch Kurzgeschichten und Gedichte. Er galt seit langem auch als Anwärter für den Literaturnobelpreis.

Updike war am 18. März 1932 als Sohn eines Lehrers in Pennsylvania geboren. Der Harvard-Musterabsolvent wollte eigentlich Karikaturist werden. Doch bald kam er bei der renommierten Zeitschrift «The New Yorker» als Autor unter.

Schon mit 25 konnte er sich selbstständig machen und vom Schriftstellerberuf leben. Seit langem wohnte er zurückgezogen mit seiner zweiten Frau in einem Haus am Meer, nicht weit von Boston entfernt.

Nie hämisch

In seinen mehr als 20 Romanen hat Updike ein meisterhaftes Porträt der US-amerikanischen Mittelstandsgesellschaft entworfen. Satirisch, aber nie hämisch deckte er ihre Lebenslügen auf und schaute hinter die Fassade.

Liebe und Leidenschaft, Untreue und Verrat, Sex und Ehebruch - das waren die Themen, die er mit unnachahmlicher Beobachtungsgabe virtuos erzählte.

Zu seinen bekanntesten Werken neben den Rabbit-Romanen gehört «Die Hexen von Eastwick», das 1987 mit Jack Nicholson, Susan Sarandon, Cher und Michelle Pfeiffer hochkarätig verfilmt wurde. Im Oktober erschien in den USA die Nachfolgegeschichte «Die Witwen von Eastwick», nun sein letztes Buch. Im Juli erscheint es auf Deutsch.

Updikes Kollege Nicholson Baker war so fasziniert von Updikes elegantem Stil und spritzigen Intellekt, dass er der literarischen Ikone 1991 ein ganzes Buch widmete: «U and I».

Andere Kollegen, unter ihnen Norman Mailer und Gore Vidal, hielten dagegen, dass Updike mit seinem grossartigen Stil nur seinen Mangel an inhaltlicher Substanz zu verbergen versuche.

(sda)

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