Aktualisiert 01.12.2019 13:59

LondonJohnson gibt nach Terror-Angriff Labour die Schuld

Boris Johnson macht die frühere Labour-Regierung für die vorzeitige Haftentlassung des London-Bridge-Attentäters verantwortlich.

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Fremdenführer Stevie Hurst hielt Terrorist Usman Kahn zusammen mit anderen Passanten bis zum Eintreffen der Polizei fest.

Fremdenführer Stevie Hurst hielt Terrorist Usman Kahn zusammen mit anderen Passanten bis zum Eintreffen der Polizei fest.

Facebook/Stevie Hurst
Der 25-jährige Jack Merrit leitete die Veranstaltung für die Wiedereingliederung von Ex-Häftlingen. Dann wurde er Opfer der Messerattacke durch den verurteilten Terroristen Usman Kahn.

Der 25-jährige Jack Merrit leitete die Veranstaltung für die Wiedereingliederung von Ex-Häftlingen. Dann wurde er Opfer der Messerattacke durch den verurteilten Terroristen Usman Kahn.

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Freunde und Familie trauern um den verstorbenen 25-Jährigen.

Freunde und Familie trauern um den verstorbenen 25-Jährigen.

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Der britische Premierminister Boris Johnson (Konservative) hat die frühere Labour-Regierung für die vorzeitige Haftentlassung des London-Bridge-Attentäters verantwortlich gemacht. Die Freilassung des Attentäters sei aufgrund von Gesetzesänderungen möglich gewesen, «die von der Labour-Partei vollzogen wurden», sagte Johnson bei der BBC-Talkshow Andrew Marr am Sonntag. Labour regierte in Grossbritannien zuletzt von 1997 bis 2010. Seitdem regieren Johnsons Tories in verschiedenen Konstellationen.

Usman Khan hatte am Freitag zwei Menschen erstochen, bevor er auf der London Bridge von Zivilisten überwältigt und von der Polizei erschossen wurde. Der wegen Anschlagsplänen verurteilte Terrorist war vor einem Jahr unter Bewährung vorzeitig auf freien Fuss gekommen.

Johnson kündigte eine härtere Gangart gegen Schwer- und Sexualverbrecher sowie Terroristen an. Ausser Usman Khan seien etwa 74 weitere wegen terroristischer Aktivitäten verurteilte Gefangene vorzeitig entlassen worden. Diese Fälle würden nun überprüft.

Der Anschlag, bei dem auch drei Menschen verletzt wurden, traf Grossbritannien mitten im Wahlkampf. Die Briten wählen am 12. Dezember ein neues Parlament. Johnsons Konservative führen die Umfragen mit grossem Abstand an.

Das reine Mehrheitswahlsystem in Grossbritannien macht Vorhersagen aber sehr schwer. Nur die Kandidaten mit den meisten Stimmen in einem der 650 Wahlkreise ziehen ins Parlament ein. Die Stimmen für unterlegene Kandidaten verfallen. (sda)

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