Ab 12. April - Johnson öffnet in England die Pubs
Publiziert

Ab 12. AprilJohnson öffnet in England die Pubs

Ab nächster Woche kehrt etwas mehr Normalität in die Leben der Engländerinnen und Engländer zurück. Premierminister Boris Johnson gab die Lockerung einiger Shutdown-Massnahmen für den Landesteil bekannt.

1 / 4
Grossbritanniens Premierminister Boris Johnson gab bekannt, dass in England ab dem 12. April Teile der Corona-Massnahmen aufgehoben werden.

Grossbritanniens Premierminister Boris Johnson gab bekannt, dass in England ab dem 12. April Teile der Corona-Massnahmen aufgehoben werden.

Getty Images
Der Trend bei den Ansteckungszahlen und Hospitalisierungen in England liesse eine Öffnung zu, erklärte Johnson. Grund dafür dürfte das zügige Impftempo in Grossbritannien sein.

Der Trend bei den Ansteckungszahlen und Hospitalisierungen in England liesse eine Öffnung zu, erklärte Johnson. Grund dafür dürfte das zügige Impftempo in Grossbritannien sein.

Getty Images
Seit Anfang Januar befindet sich das Land in einem harten Shutdown.

Seit Anfang Januar befindet sich das Land in einem harten Shutdown.

AFP

Darum gehts

  • Ab dem 12. April endet in Grossbritannien ein Teil der Corona-Massnahmen.

  • Die Aussenbereiche von Bars und Restaurants sowie Fitnessstudios dürfen wieder öffnen.

  • Die Massnahmen gelten nicht für ganz Grossbritannien: Schottland, Wales und Nordirland haben bereits geöffnet oder tun dies später.

Die britische Regierung lässt dank fortschreitender Corona-Impfungen und sinkender Fallzahlen in England etwas die Zügel locker. Bars, Aussenbereiche von Restaurants, Fitnessstudios, für den täglichen Bedarf nicht zwingend notwendige Geschäfte wie Buchläden sowie Friseur- und Schönheitssalons dürften ab dem 12. April wieder öffnen, bestätigte Premierminister Boris Johnson am Ostermontag. Aufgehoben würden dann auch nächtliche Ausgangsbeschränkungen. Zoos und Autokinos könnten ihren Betrieb ebenfalls wieder aufnehmen. Erst vor vier Wochen waren die Schulen in England wieder geöffnet worden. Schottland, Wales und Nordirland wählen einen etwas anderen Weg aus dem Shutdown.

«Wir gaben den Fahrplan vor und wir halten uns dran», sagte Johnson im Hinblick auf die vorab vorgestellte Regierungsstrategie für den allmählichen Ausstieg aus dem seit drei Monaten andauernden Shutdown. Zugleich warnte der Premier vor Selbstgefälligkeit. «Wir können die Wellen der Krankheit sehen, die andere Länder heimgesucht haben, und wir haben gesehen, wie diese Geschichte sich abspielt».

Höchste Sterberate Europas

Grossbritannien hat seit Beginn der Pandemie fast 127’000 Tote mit dem Coronavirus gemeldet – die höchste Sterberate in Europa. Im aktuellen Shutdown sind die Fallzahlen auf der Insel stark gesunken, was auf das hohe Impftempo zurückgeführt wird. Mehr als 31 Millionen Menschen haben schon die erste Dosis eines Vakzins erhalten, also sechs von zehn Erwachsenen.

Bis Juli strebt die Regierung an, allen Erwachsenen mindestens eine Dosis verabreicht zu haben. Zudem sollen fast alle Bewohner sich routinemässig zwei Mal die Woche auf das Coronavirus testen lassen, wie Johnson ankündigte. Dies solle helfen, neue Ausbrüche schon in den Anfängen zu stoppen, «damit wir wieder die Menschen treffen können, die wir lieben und machen können, was uns Freude bereitet».

Dazu sollen ab Freitag sogenannte Lateral-Flow-Tests über Apotheken, an Arbeitsplätzen und per Post kostenlos verteilt werden, teilte die Regierung mit. Diese Tests liefern in wenigen Minuten ein Ergebnis, sind aber weniger genau als aufwendigere PCR-Tests. Doch versichert die Regierung, dass die Lateral-Flow-Tests zuverlässig und ein Werkzeug seien, um Infizierte ausfindig zu machen, die keine Symptome zeigten.

Streit um Impfpässe

Ungewissheit herrsche aber noch in der Frage, ob die Bürger des Vereinigten Königreichs im Sommer ins Ausland reisen könnten, sagte Johnson. Den Briten ist der Urlaub in der Ferne aktuell gesetzlich verboten. Für den Beschluss hat das Parlament die Regierung mit besonderen Befugnissen ausgestattet. Sie stellte auch am Montag klar, dass das Reiseverbot nicht vor dem 17. Mai aufgehoben werde.

Die Regierung kündigte aber an, ein System der «Impfpässe» testen zu wollen. Dies solle es Reisewilligen oder Teilnehmern von Events ermöglichen, ihre Immunisierung, einen negativen Corona-Test oder eine kürzliche Covid-19-Erkrankung nachzuweisen. Um die Pässe ist jedoch auch in Grossbritannien eine heftige, parteiübergreifende Debatte entbrannt, auch einige Abgeordnete von Johnsons konservativer Partei sind strikt dagegen. Der Parlamentarier Graham Brady etwa bezeichnete solche Nachweise als einen Eingriff, «kostspielig und unnötig». Der Vorsitzende der oppositionellen Labour-Partei, Keir Starmer, nannte die Idee sogar «unbritisch». Johnson selbst räumte ein, dass die Pläne «komplizierte ethische und praktische Fragen» aufwerfen würden. Deren Einführung stehe nicht unmittelbar bevor, betonte er.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

(DPA/pme/chk)

Deine Meinung