Enttäuschung ist gross: Jolanda Neff steht vor einem Rätsel
Aktualisiert

Enttäuschung ist grossJolanda Neff steht vor einem Rätsel

Als die Rückenschmerzen kamen, musste Jolanda Neff ihre Medaillenhoffnungen begraben. Weshalb es dazu kam, wusste sie nicht.

von
Peter Berger
Rio
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Beim Start noch alles in Ordnung: Die beiden Schweizerin führen das Feld zu Beginn an.

Beim Start noch alles in Ordnung: Die beiden Schweizerin führen das Feld zu Beginn an.

kein Anbieter/Patrick Semansky
Der Rücken spielt nicht mit: Jolanda Neff kann nicht um die Medaillen mitfahren.

Der Rücken spielt nicht mit: Jolanda Neff kann nicht um die Medaillen mitfahren.

Keystone/Laurent Gillieron
Zwei Diplome: Die zweite Schweizerin Linda Indergand wird am Ende Achte.

Zwei Diplome: Die zweite Schweizerin Linda Indergand wird am Ende Achte.

Keystone/Laurent Gillieron

Bis Rennhälfte war Jolanda Neff im Mountainbike-Rennen auf Medaillenkurs, dann kamen die Rückenschmerzen. Sie musste die spätere Siegerin Jenny Rissveds (Sd) und die zweitplatzierte Polin Maja Wloszczowska ziehen lassen. «Als mich dann auch die anderen überholten, und ich sie ziehen lassen musste, wusste ich, dass ich keine Medaille gewinnen würde», so Neff. Am Ende fehlten ihr 62 Sekunden auf Bronzegewinnerin Catharine Pendrel (Ka).

Warum die Rückenschmerzen einsetzten, konnte Neff nicht sagen. «Es war kein Schlag sondern eine muskuläre Verkrampfung.» Woher diese kam, wusste die 23-jährige St. Gallerin nicht. «Ich fühlte mich gut, hatte mich nach dem Strassenrennen vor zwei Wochen ausreichend erholt und hatte keine Beschwerden im Training. Irgendetwas habe ich im Vorfeld falsch gemacht. Ich weiss aber nicht was.» Dass sie den Rücken nicht im Griff gehabt habe, sei ihr Fehler gewesen. Die Rückenprobleme traten erstmals bei ihrem Sturz bei ihrem Weltcupsieg in La Bresse vor drei Monaten auf. «Es wäre cool, wenn ich nun eine Lösung für den Rücken finden würde», sagte die enttäuschte Neff.

Taktik-Irritation

Dass Teamkollegin Linda Indergand die ersten zwei Runden solo geführt habe, sei optimal gewesen, so Neff. «Da brauchte ich in der Verfolgergruppe keine Führungsarbeit zu verrichten.» Während Neff sagte, dass sei die Taktik gewesen, behauptete Indergand das Gegenteil. «Das war definitiv nicht so geplant, ich hatte einfach einen guten Start und fuhr eine gute Linie, deshalb konnte ich die anderen etwas distanzieren», erzählte Indergand. Als die Urnerin in der dritten von sechs Runden eingeholt und überholt wurde, sei sie einfach noch ihr Tempo gefahren. Das reichte am Ende zum 8. Platz und damit zu einem olympischen Diplom. «Damit bin ich sehr zufrieden», so die 23-Jährige.

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