Aktualisiert 24.01.2009 16:50

Sturmtief«Joris» fegte durch die Schweiz

Das Sturmtief «Joris» hat in der Schweiz Bäume gefällt sowie Lawinen und Stromunterbrüche verursacht. Ein Stromausfall legte die Zentralbahn lahm, Steinschlag die Bahn im Oberwallis. Im Urserntal UR verschüttete eine Lawine die Strasse.

Grund für den Stromunterbruch vom Samstagmorgen bei der Zentralbahn waren Äste, welche der Sturm im Bahnhof Horw LU auf die Fahrleitung gefegt hatte. Dadurch fielen von 9 bis 10.30 Uhr Züge aus und es gab Verspätungen von bis zu einer Stunde.

Betroffen waren der Interregio von Luzern nach Interlaken BE, die Züge nach Stans NW, Engelberg OW und Giswil OW. Während des Unterbruchs fuhren Ersatzbusse.

Unterbrochen war am Samstag auch die Bahnstrecke von Visp nach Zermatt im Oberwallis. Dort legte ein Steinschlag die Matterhorn Gotthard Bahn vorübergehend lahm. Der Regen hatte den Boden aufgetaut, was zum Rutsch führte.

Bahnverlad nach Andermatt verlegt

Wegen des Sturms ging am Freitag im Urserntal zwischen Hospental und Realp UR eine Lawine nieder. Sie verschüttete die Strasse zwischen den beiden Orten.

Wie lange die aus Sicherheitsgründen verhängte Sperrung dauert, war am Samstag nicht bekannt. Der Bahnverlad für Autos auf der Furkastrecke wurde von Realp nach Andermatt verlegt.

Im deutschen Stockach am Bodensee konnte die Fahrspur der Autobahn Richtung Schaffhausen nach einer Schlammlawine vom Freitag am Samstag nicht geräumt werden. Zuerst braucht es geologische Abklärungen, ob der Hang weiter abrutschen könnte. Zu der Lawine hatten starke Niederschläge geführt.

Überschwemmte Keller

Im Kanton Bern führten die Sturmböen am Freitag zu Stromausfällen und Verkehrsbehinderungen. Bis am Samstagmorgen lagen der Polizei 90 Schadenmeldungen vor.

Dabei handelte es sich vor allem um umgestürzte Bäume, herabgerissene Äste und Wasser in Kellern. Die hartgefrorenen Böden hatten den heftigen Niederschlag nicht schlucken können.

Wegen Fahrleitungsstörungen mussten die Reisenden am Freitag zwischen Biel und Lyss sowie Freiburg und Bern Verspätungen hinnehmen oder in Busse umsteigen. 20 Schadenmeldungen über sturmgeschädigte Bäume sowie überflutete Keller und Strassen gingen bei der Schaffhauser Kantonspolizei ein.

«Joris» war mit Böenspitzen von bis zu 162 Stundenkilometern übers Land gefegt. Im Mittelland erreichte der Sturm verbreitet Spitzen von 80 km/h.

Flughafen Genf muss Piste sperren

Am Samstag normalisierte sich die Lage überall. Ausläufer eines Sturmtiefs über Frankreich führten aber zu Schneefällen vor allem in der Westschweiz. Der Flughafen Genf-Cointrin musste die Piste vorübergehend zum Schneeräumen sperren.

Im Wallis kam es bis Samstag früh zu beträchtlichen Neuschneemengen. Die Kantonspolizei warnte vor grosser Lawinengefahr in den Bergen. Die Verkehrswege blieben trotz der Schneefälle passierbar, einzig die Zufahrtsstrasse von Täsch nach Zermatt im Oberwallis war gesperrt.

Nach Angaben von MeteoSchweiz fielen etwa in Ulrichen 42 Zentimeter Neuschnee, in Grächen 32 und in Blatten 36. Auch in anderen Landesgegenden schneite es, so massen die Bündner Orte Disentis 25 und Arosa 11 Zentimeter Zuwachs.

(sda)

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