Neues Traumpaar: «Josdan»? «Xhesip»? «Drqiri»?
Aktualisiert

Neues Traumpaar«Josdan»? «Xhesip»? «Drqiri»?

Zugegeben, es fällt angesichts der Namen Xherdan Shaqiri und Josip Drmic nicht leicht, dem neuen Traumpaar im Schweizer Fussball einen Namen zu geben.

von
S. Compagno und E. Tedesco
Porto Seguro

Da haben es die People-Journalisten mit «Brangelina», um ein Beispiel zu nennen, schon einfacher. Dass sich Josip Drmic und Xherdan Shaqiri gut verstehen, wurde schon vor dem ersten Gruppenspiel gegen Ecuador offenkundig, als ein Video via Facebook um die Welt ging. Es zeigt, wie Shaqiri einen Ball über den Pool des Schweizer Team-Hotels «La Torre» in Porto Seguro spielt, auf der anderen Seite nimmt Drmic den Ball direkt - und plumpst ins kühle Nass.

An diesem mittlerweile historischen Mittwochabend in Manaus gingen die Schweizer gegen Honduras nicht baden. Im Gegenteil: Mit einem überzeugenden 3:0 qualifizierten sie sich für den WM-Achtelfinal. Und die Zusammenarbeit der beiden produktivsten Schweizer Offensivkräfte war genau umgekehrt, aber nicht weniger spektakulär: Zweimal legte Drmic auf, zweimal vollstreckte Shaqiri eiskalt. Am Freitag haben die Schweizer frei, die beiden hecken bereits ein neues Video aus, Drmic: «Ich muss noch mit Xherdan sprechen, es gibt eine Überraschung.»

Drmics Idol: Messi

Videos spielen eine grosse Rolle im Leben des Josip Drmic. Vor den Spielen schaut er sich zu Motivationszwecken Youtube-Filme seiner Idole an. Diese tragen Namen wie Ronaldinho, Neymar oder? Messi. Auf genau diesen Lionel Messi und seine Argentinier trifft Drmic am Dienstag im Achtelfinal. «Messi ist ein Idol, und jetzt schaue ich ihm in die Augen», staunt der 21-Jährige selber.

Gegen Honduras liess Ottmar Hitzfeld erstmals an dieser WM Shaqiri zentral hinter Sturmspitze Drmic spielen. Der Bayern-Star erhielt alle Freiheiten und nutzte sie zu drei Toren. Es war erst der zweite Hattrick eines Schweizers an einer WM. 1954 hatte Seppe Hügi im WM-Viertelfinal gegen Österreich drei Tore geschossen. Trotzdem verlor die Schweiz die Hitzeschlacht auf der Pontaise mit 5:7.

Eine Hitzeschlacht war es auch in Manaus gegen Honduras. Damit nicht genug: Drmic musste anschliessend zur Dopingkontrolle. Es sei kein leichtes Unterfangen gewesen, 90 Milliliter Urin aus dem dehydrierten Körper zu pressen, erzählt er mit einem Lachen: «Unter Druck tue ich mich ohnehin schwer. Aber ich habe es geschafft und bin stolz auf mich!»

«Argentinien ist nicht Honduras»

Stolz ist auch Xherdan Shaqiri. Stolz auf seinen «Shaq-Trick»: «Stolz auch auf die Mannschaft. Ohne sie hätte ich nicht drei Tore erzielen können.» Dass das nicht nur dahergesagt war, bewies er nach seinen Toren zum 2:0 und 3:0. Statt abzudrehen und sich feiern zu lassen, wandte er sich Vorbereiter Drmic zu und zeigte mit dem Finger auf diesen. Die Botschaft: Der da hat mir dieses Tor ermöglicht. «Es hat gut getan, dass Xherdan sich bedankt hat. Das zeigt doch, dass er ein Teamplayer ist.»

Im Team wollen die beiden am nächsten Dienstag auch gegen Argentinien antreten. «Ich bin froh, dass wir so gut harmonieren. Was in Zukunft passiert, weiss ich nicht, die Aufstellung ist Sache des Trainers», sagt Drmic und gibt eines zu bedenken: «Dass Xherdan direkt hinter mir spielt, macht es für mich einfacher. Dieses Mittel hat nun gegen Honduras gewirkt. Aber Argentinien ist nicht Honduras. Ob das auch gegen die Argentinier das richtige Mittel ist, weiss ich nicht.» Und falls doch, hat der Leverkusen-Stürmer ein weiteres Bonmot bereit: «Wer weiss, vielleicht gibt es nach dem Spiel ja ein Video von mir, und Messi kann es sich anschauen?»

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