Grosse Ehre: Joseph Deiss eröffnet Uno-Versammlung
Aktualisiert

Grosse EhreJoseph Deiss eröffnet Uno-Versammlung

Alt Bundesrat Jospeh Deiss hat in New York die 65. UNO- Generalversammlung eröffnet. Der Schweizer übernimmt die Präsidentschaft der Vollversammlung für ein Jahr.

Joseph Deiss: Mit dem nominell höchsten Amt der UNO sind vor allem repräsentative Aufgaben verbunden.

Joseph Deiss: Mit dem nominell höchsten Amt der UNO sind vor allem repräsentative Aufgaben verbunden.

Im Beisein von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte Deiss, er hoffe die UNO ins Zentrum der globalen Debatte stellen zu und Fortschritte bei der Bekämpfung von Hunger, Armut und Krieg machen zu können.

Deiss machte darauf aufmerksam, dass auch innerhalb der UNO Reformen nötig seien. Er forderte die Diplomaten zu guter Zusammenarbeit auf und versicherte, seine Türe stehe allen offen.

Schiedsrichter-Rolle

Mit dem nominell höchsten Amt der UNO sind vor allem repräsentative Aufgaben verbunden. Deiss hatte es mit demjenigen eines Schiedsrichters im Sport verglichen. Er müsse als neutraler Vermittler zwischen den Teams agieren.

Als Präsident der Generalversammlung leitet Deiss die Sitzungen des Gremiums und bestimmt das Programm der Versammlung, ohne aber Entscheidungsgewalt zu haben.

Erster Einsatz nächste Woche

Zu den zentralen Themen der diesjährigen Sitzungsperiode zählt eine Zwischenbilanz zur Umsetzung der Millenniumsziele, bei denen sich die Mitgliedstaaten im Jahr 2000 zur spürbaren Reduzierung von Armut und Hunger in der Welt bis 2015 verpflichtet hatten. Für einen Gipfel zu diesem Thema wird am 20. September Aussenministerin Micheline Calmy-Rey nach New York fliegen.

Die jährliche Generaldebatte, bei der zahlreiche Staats- und Regierungschefs sowie Minister aus aller Welt Erklärungen abgeben, beginnt am 23. September. Die Schweiz wird dabei von Bundespräsidentin Doris Leuthard vertreten.

Delegation aus Freiburg

Vor der Eröffnung empfing Deiss in seinem Büro eine Delegation des Freiburger Regierungsrates. Ratspräsident Beat Vonlanthen sagte, als Freiburger sei Deiss das Talent zur Mehrsprachigkeit und zum Brückenbau mit in die Wiege gelegt worden. Der alt Bundesrat sei deshalb der ideale Mann für den Posten des Präsidenten der UNO- Generalversammlung.

Freiburg ist stolz auf «seinen» Vorsitzenden der UNO- Generalversammlung: Zwei weitere Staatsräte, Erwin Jutzet und Georges Godel sowie die Präsidentin des Grossrats, Solange Berset, waren ebenfalls zum Amtsantritt von Deiss nach New York gereist.

Nach der Eröffnungssitzung stellte sich der neue Präsident erstmals den Fragen der UNO-Journalisten. Die Generalversammlung riskiere durch wirtschaftsstarke Gruppierungen wie die G-20 marginalisiert zu werden, sagte Deiss vor den Medienvertretern. Er wolle sich dafür einsetzen, dass die Kommunikation und der Informationsausstausch zwischen den beiden Gremien verbessert würden.

Von der Schweiz unabhängig

Auch wenn seine Wohnung in New York von der Schweizer Regierung bezahlt werde, sei er völlig unabhängig in seinem Amt, betonte Deiss, der für das Präsidentenamt kein Salär erhält. Auch dass fünf Schweizer in seinem Stab arbeiten, heisse nicht, dass die Schweiz Einfluss auf seine Arbeit nehme.

Er freue sich über sein internationales Team, in dem etwa gleich viele Männer wie Frauen arbeiten, sagte der frühere Bundesrat. Die anstrengendste Zeit beginnt für Deiss und seinen 22-köpfigen Stab nächste Woche, wenn in New York gleich mehrere Gipfeltreffen beginnen - so zu den Millenniumszielen, zur Abrüstung und zur Biodiversität. (sda)

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