Aktualisiert 26.09.2009 13:28

EiskunstlaufJoubert zweifelt an Lambiel

Trotz der souveränen Olympia-Qualifikation von Stéphane Lambiel in Oberstdorf äusserten Frankreichs Eiskunstlauf-Koryphäen in der Sportzeitung «L'Equipe» ihre Zweifel an einem neuerlichen Karriere-Hoch des Wallisers im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Vancouver.

Brian Joubert, Weltmeister 2007 und dreimaliger Europameister, formulierte es deutlich: «Ich zweifle daran, dass Lambiel fähig ist, wieder grosse Dinge zu gewinnen.» Joubert nennt für sein Urteil einen technischen Grund: Lambiel habe immer grosse Schwierigkeiten mit dem Axel, was ihn nicht erstaune. Er verlasse sich nicht auf Lambiels gute Noten. Was einzig zähle, seien die direkten Duelle.

Zwar hat Lambiel tatsächlich Probleme mit dem Axel, doch ist sein künstlerisches Potenzial so viel höher als jenes von Joubert, dass er dieses mögliche Manko mit einer ansonsten tadellosen Leistung problemlos kompensieren kann. Jouberts kernige Worte sind nur damit zu erklären, dass er seine Chancen auf den Olympiasieg nach der Rückkehr des Unterwallisers weiter schwinden sieht, da auch der russische Olympiasieger Jewgeni Pluschenko zurückgekehrt ist. Der Franzose könnte zuerst einmal im eigenen Gärtchen für Ordnung sorgen, denn was er betreibt, ist weniger Eiskunstlauf als Eisspringen kombiniert mit vorgeschriebenen technischen Elementen.

Philippe Candeloro, der ehemalige zweifache Olympia-Dritte, stellt Lambiels mentale Einstellung in Frage: «Ich bin skeptisch. Bei Lambiel ist alles eine Frage der Motivation. An einem Morgen steht er auf und hat Lust, am anderen Morgen passt es ihm nicht und er gibt auf. Gehen und wiederkommen - das ist nie gut für die Leistung.» Mit dieser Aussage verdeutlicht Candeloro, dass er Lambiel nicht wirklich kennt. Ansonsten wüsste er, dass der zweifache Weltmeister um so stärker ist, wenn er ein grosses Ziel vor Augen hat.

Ganz anders sieht es der tschechische Spitzenläufer Tomas Verner, Europameister 2008: «Stéphane Lambiel ist ein Künstler. Er ist wirklich zurück!»

(si)

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