JSVP-Mann bezeichnet Asylbewerber als Ameisen und Kühe
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JSVP-Mann bezeichnet Asylbewerber als Ameisen und Kühe

Dieser Vergleich abgewiesener Asylbewerber durch Erich Hess von der Jungen SVP hat im Berner Stadtrat zum Eklat geführt: Hess wurde von der Ratslinken niedergeschrieen, der grüne Ratspräsident stellte ihm das Mikrofon ab.

Bereits in der Stadtratsdebatte vom Donnerstag vergangener Woche über abgewiesene Asylbewerber hatte Hess, Präsident der kantonalbernischen JSVP, einen Vergleich zwischen Ameisen und Ausländern gezogen: Er sprach von Ameisen die unter seinem Bett eine «Getränkeflasche mit süssem Inhalt» gefunden hatten.

Die Ameisen seien verschwunden, nachdem er die Flasche weggeräumt habe. Auch den ungebetenen Gästen in der Schweiz dürfe nicht ständig der Speck hingehalten werden.

Entschuldigung gefordert

Bereits damals drohte im der Sitzungsleiter, das Mikrofon abzustellen. Der SVP-Fraktionchef sprach von einer verbalen Entgleisung und forderte eine Entschuldigung von Hess.

Zu dieser setzte Hess am Donnerstag an, jedoch ohne Erfolg: Er habe nie abgewiesen Asylbewerber mit Insekten vergleichen wollen, es sei ihm vielmehr um den Vergleich der Flasche mit den finaziellen Mitteln für abgewiesene Asylbewerber gegangen. Er entschuldige sich bei jenen, die dies anders verstanden hätten.

Enttäuschung bei SVP-Fraktion

Ein besseres Beispiel wäre gewesen von Kühen auf einer saftigen Weide zu sprechen, fuhr Hess fort. Der Volksparteiler wurde darauf von einem Teil der Ratslinken niedergeschrien und Ratspräsident Peter Künzler stellte Hess das Mikrofon ab.

Die SVP-Fraktion könne ihre Enttäuschung «über Hess fehlende Einsicht nicht verbergen», sagte SVP-Fraktionschef Simon Glauser vor dem Rat. Hess habe mit seinen «historisch negativ belasteten Äusserungen» einen Fehler gemacht. Die Fraktion entschuldige sich dafür «in aller Form».

Auf Anfrage sagte Glauser, für die Fraktion sei die Angelegenheit damit erledigt. Hess kritisierte das Verhalten des Ratspräsidenten als undemokratisch. Seine Arbeit in Partei und Fraktion werde er fortsetzen. Derart heftige Reaktionen habe er auf seine Äusserungen nicht erwartet, «im Nachhinein würde ich wohl nicht mehr die gleichen Beispiele nennen».

(sda)

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