Kulturelle Aneignung: JSVP will «Woke-Wahnsinn» stoppen – «hat damit den Nerv der Zeit getroffen»

Aktualisiert

Kulturelle AneignungJSVP will «Woke-Wahnsinn» stoppen – «hat damit den Nerv der Zeit getroffen»

Während die Debatte um kulturelle Aneignung lauter geworden ist, lanciert die Junge SVP eine Petition. Ein Polit-Analyst erklärt, was die Jungpartei damit bewirken könnte.  

von
Monira Djurdjevic
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Die Junge SVP Schweiz hat die Plattform Stopwoke.ch lanciert, wo Vorkommnisse in der Schweiz aufgelistet werden, wie unter anderem das abgesagte Konzert in der Brasserie Lorraine.

Die Junge SVP Schweiz hat die Plattform Stopwoke.ch lanciert, wo Vorkommnisse in der Schweiz aufgelistet werden, wie unter anderem das abgesagte Konzert in der Brasserie Lorraine.

20min/Matthias Spicher
Zudem hat die Jungpartei eine Petition lanciert und will so das Schweizer Radio und Fernsehen SRF dazu bringen, Winnetou-Filme auszustrahlen.  

Zudem hat die Jungpartei eine Petition lanciert und will so das Schweizer Radio und Fernsehen SRF dazu bringen, Winnetou-Filme auszustrahlen.  

IMAGO/Allstar
«Wir wollen von den Woke-Aposteln nicht mehr länger vorgeschrieben bekommen, wie wir zu denken, zu sprechen und zu leben haben», teilte die JSVP am Sonntag mit. 

«Wir wollen von den Woke-Aposteln nicht mehr länger vorgeschrieben bekommen, wie wir zu denken, zu sprechen und zu leben haben», teilte die JSVP am Sonntag mit. 

20min/Simon Glauser

Die Junge SVP Schweiz erklärt den Kampf gegen den «Woke-Wahnsinn» zu ihrem Schwerpunktthema. Dafür wird SRF mit einer Petition aufgefordert, die Winnetou-Filme wieder zu lizenzieren und auszustrahlen. Zudem hat die Jungpartei die Plattform Stopwoke.ch lanciert, wo Vorkommnisse in der Schweiz aufgelistet werden, wie unter anderem das abgesagte Konzert in der Brasserie Lorraine. Mark Balsiger ist Polit-Analyst und ordnet die neue Schwerpunktthema-Setzung der Jungpartei ein.  

Herr Balsiger, was sagen Sie zu der Petition und der neu lancierten Website?

Jede Partei ist bestrebt, Aufmerksamkeit zu generieren. Damit gewinnt man Neumitglieder, stärkt sein politisches Profil und holt Spenden ein. Mit der hochemotionalen Diskussion rund um die Woke-Ideologie hat die Jungpartei den Nerv der Zeit getroffen und sich zum Mit-Meinungsführer positioniert. 

Das Thema «Kulturelle Aneignung» ist hochemotional. Setzt die JSVP damit auf ein neues «Steckenpferd»?

Die JSVP hat unter der Leitung ihres neuen Präsidenten David Trachsel die Relevanz und Brisanz des Themas erkannt und schnell reagiert. Das ist eine clevere Form von Politik-Marketing. Insbesondere, da die klassischen Steckenpferde Ausländer- und Europapolitik in den letzten Jahren nicht mehr elektrisierten wie früher. Die Partei musste sich deshalb neue Themenfelder erarbeiten. Themen wie Gender oder kulturelle Aneignung bieten sich da an: Sie sind hochemotional und werden uns eine lange Zeit beschäftigen, da unter anderem die Fronten zwischen den Parteien beziehungsweise der Woke-Bewegung und der Gegenbewegung verhärtet sind und eine Problemlösung nicht in Sicht ist. 

Was könnte die JSVP damit bewirken?

Grundsätzlich sind Politiker und Politikerinnen für eine Problemlösungsfindung zuständig. Das, was die JSVP im Hinblick auf die Woke-Thematik betreibt, kann als Bewirtschaftung von Themen bezeichnet werden. Das heisst, ein aktuelles diskutiertes Thema wird aufgegriffen und weitergezogen. Das zeigt sich auch am neuesten Clou der Jungpartei: Mit der Petition sowie der neu lancierten Website setzt die Jungpartei ein weiteres Statement und stärkt ihre Position als Mit-Meinungsführer. Auch wenn eine Petition in erster Linie eine Bittschrift ist und nichts Verbindliches darstellt, generiert sie Aufmerksamkeit und erhöht die Chancen, das Anliegen der breiten Masse näher zu bringen.

Wirkt sich diese Schwerpunktsetzung auf die Mutterpartei aus? 

Die Mutterpartei wird es wohl schade finden, nicht selbst auf den Zug aufgesprungen zu sein. Sie könnten aber nachlegen. Insbesondere, da sie die finanziellen Mittel wie auch Erfahrung und Professionalität mitbringen. 

Rassismus-Debatte um Winnetou-Filme

Sollte SRF die Winnetou-Filme lizenzieren und ausstrahlen? 

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsnetz für Rassismusopfer

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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