Spanien-Rundfahrt: Juan José Cobo triumphiert an der Vuelta
Aktualisiert

Spanien-RundfahrtJuan José Cobo triumphiert an der Vuelta

Der Gesamtsieger der Spanien-Rundfahrt heisst Juan José Cobo, er setzte sich 13 Sekunden vor dem Briten Christopher Froome durch. Die letzte Etappe ging an Peter Sagan.

Der Spanier Juan José Cobo holt sich den Gesamtsieg an der Vuelta.

Der Spanier Juan José Cobo holt sich den Gesamtsieg an der Vuelta.

In der am Sonntag in Madrid zu Ende gegangenen Spanien-Rundfahrt hat sich mit Juan José Cobo der stärkste Kletterer durchgesetzt. Der Spanier wahrte seine 13 Sekunden Vorsprung auf Christopher Froome (Gb). Sieger der Schlussetappe wurde Peter Sagan (Slk).

Am vorletzten Wochenende hatte Cobo mit seinem 2. Platz bei der Bergankunft bei den Seen von Somiedo und tags darauf mit seinem Triumph auf L'Anglirù die Basis zu seinem überraschenden Gesamtsieg gelegt. Danach bissen sich die beiden Briten Christopher Froome und Bradley Wiggins am Spanier und seinem Team die Zähne aus. Von anderer Seite kamen in der letzten Woche der Rundfahrt keine Angriffe mehr auf den Gesamtersten.

Geringe Zeitabstände hat es in der Geschichte der Spanien-Rundfahrt verschiedentlich gegeben. Das Pikante an den 13 Sekunden Differenz - oder errechnet aufgrund des Generalstundenmittels 143 m! - zwischen Cobo und Froome besteht darin, dass der Spanier bei den Etappenankünften 52 Sekunden Zeitgutschrift holte, Froome hingegen nur 20. Wäre die Vuelta beispielsweise wie die Tour de France ohne Bonifikationen ausgetragen, hätte sich Froome als Gesamtsieger feiern lassen können. Doch der Gesamtzweite machte aus diesen Bestimmungen des Regelwerkes kein Drama: «Wir wussten von Anfang an, wie das Rennreglement ausgelegt ist. Und diese Regeln waren für alle Teilnehmer gleich.»

Mit Cobo und Froome stehen zwei Fahrer an der Spitze der Schlussrangliste, welche die Vuelta als Helfer in Angriff genommen hatten. Cobo hatte vor zwei Jahren die Vuelta immerhin als Zehnter beendet. Letztes Jahr sind beim Spanier aber kaum Renneinsätze auszumachen. Der Radprofi aus dem Rennstall des Tessiner Managers Mauro Gianetti litt an einer schweren Depression und verbrachte seine Zeit lieber im Bett oder auf dem Sofa. Cobos Rennvelo verstaubte in der Garage. Im Prinzip hatte der Athlet aus Torrevelaga mit dem Radsport abgeschlossen. Dank gutem Zuspruch zündete der Funke erneut. Der Sieger der Baskenland-Rundfahrt ging in dieser Saison im Vergleich zum Vorjahr bei mehr Rennen an den Start. Der 3. Schlussrang in der Burgos-Rundfahrt bildete in diesem Jahr aber der einzige Ausbeute von Bedeutung. «Hätte mir jemand vor drei Wochen gesagt, ich werde die Vuelta gewinnen, ich hätte ihn für verrückt erklärt», erklärte Cobo nach seinem Triumph in Madrid.

Gegen Ende einer reich befrachteten Saison blieben die im Vuelta-Vorfeld als Sieganwärter bezeichneten Radprofis blass. Der letztjährige Gesamterste Vincenzo Nibali war in den Steigungen überfordert, obwohl er im Juli nicht auf der Startliste der Tour de France figurierte. Auch der Giro-Zweite Michele Scarponi schaffte es nicht, sich dank der Sommerpause ein zweites Mal in Hochform zu bringen. Scarponi stieg entkräftet aus. Bradley Wiggins schaffte es trotz seines Schlüsselbeinbruches in der diesjährigen Tour de France aufs Podest. Hätten die Verantwortlichen im Team Sky rechtzeitig auf Christopher Froome als Teamleader denn auf Wiggins gesetzt, wäre Cobo vielleicht noch zu stürzen gewesen.

Von den Schweizern beendeten Mathias Frank, Martin Kohler und Michael Albasini diese ausgesprochen schwere Rundfahrt. Albasini setzte sich mit seinem Sieg in der 13. Etappe in Ponferrada in Szene. Fabian Cancellara nutzte die Vuelta zum neuerlichen Formaufbau und leistete in seinem Team bis zu seinem Ausstieg vor einer knappen Wochen wertvolle Helferdienste.

Die Schlussetappe von lediglich 95,6 km Länge wurde erwartungsgemäss im Massenspurt entschieden. Dabei feierte Peter Sagen seinen dritten Tageserfolg. Der Slowake hatte schon die 6. und die 12. Etappe für sich entschieden.Spanien-Rundfahrt. 21. Etappe, Circuito de Jarama - Madrid (95,6 km):

1. Peter Sagan (Slk) 2:21:00

2. Daniele Bennati (It)

3. Alessandro Petacchi (It)

4. John Degenkolb (De)

5. Nikolas Maes (Be)

6. Pim Ligthart (Ho), alle gleiche Zeit

Schlussklassement:

1. Juan José Cobo (Sp)

2. Christopher Froome (Gb) 0:13

3. Bradley Wiggins (Gb) 1:39 (si)

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