Neu im Kino: «Cold Mountain»: Jude Law – Cold Mountain retour
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Neu im Kino: «Cold Mountain»Jude Law – Cold Mountain retour

Grossartiges Epos mit Superstars: «Cold Mountain» mit Nicole Kidman, Jude Law und Renee Zellweger thematisiert den amerikanischen Bürgerkrieg.

Sie sehen sich nur ganz kurz, doch das reicht, um sich nie mehr zu vergessen: Inman (Jude Law) ist ein einfacher Handlanger in Cold Mountain. Pfarrerstochter Ada (Nicole Kidman) gehört der nobleren Schicht des kleinen Südstaaten-Dorfes an. Sie begegnen sich, sie küssen sich – doch bereits wird Inman von der Südstaaten-Armee eingezogen, um gegen den Norden an der Front zu kämpfen.

Die beiden glauben, ineinander die grosse Liebe gefunden zu haben: Sie schreiben sich, sie denken ununterbrochen aneinander. Inman hält es bei seiner Truppe nicht mehr aus und tritt – natürlich illegal – die Heimreise zu seiner Ada nach Cold Mountain an. Als so genannter Deserteur wird Inman aber umgehend auf die Abschussliste der Bürgerwehr von Cold Mountain gesetzt.

Dass der Brite Anthony Minghella dieses amerikanische Thema ausgerechnet in Rumänien verfilmte, wurde in den USA nicht goutiert: Der für einen Oscargewinn prädestinierte Streifen «Cold Mountain» erhielt weder eine Nomination für den besten Film noch für die beste Regie.

Das ist schade, denn die filmische Umsetzung des gleichnamigen Romans könnte mitreissender nicht sein: Die Reise Inmans zurück nach Cold Mountain gleicht einem Episoden-Film, in dem sich der Hauptdarsteller durch die verschiedenen Levels von Landschaft, Gefühl und Gefahr durchkämpft und die unterschiedlichsten Bekanntschaften macht. Der zweite Haupterzählstrang in «Cold Mountain» gilt dem Leben der Pfarrerstochter Ada: Nach dem Tod ihres Vaters wird sie zur Selbstständigkeit gezwungen. Unterstützung erhält sie von einer Magd (Renee Zellweger), deren Mann ebenfalls in den Krieg ziehen musste.

Etwas irritierend ist allerdings, dass dem ersten Zusammentreffen von Ada und Inman nur wenig Zeit eingeräumt wurde. Dadurch ist es für die Zuschauer nicht immer nachvollziehbar, was die beiden so intensiv verbindet.

Trotzdem: Was das Zusammenspiel von Bild und Dialog und den Spannungsaufbau betrifft, sind Regisseur Minghella wie schon in seinen früheren Filmen «The English Patient» und «The Talented Mr. Ripley» meisterliche zweieinhalb Stunden mit Seltenheitswert gelungen.

Benjamin Bögli

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