Holland: Juden erhalten Raubkunst zurück

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HollandJuden erhalten Raubkunst zurück

70 Jahre nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs will die niederländische Regierung 13 Gemälde an jüdische Eigentümer zurückgeben, die während der NS-Zeit enteignet worden waren.

Wie das Kulturministerium in Den Haag am Donnerstag mitteilte, erhalten die Nachkommen des Kunstsammlers Hans Ludwig Larsen zwölf der Gemälde zurück, darunter eine dörfliche Winterlandschaft des niederländischen Malers Jan van Goyen aus dem 17. Jahrhundert.

Larsen starb 1937, seine Frau brachte die Kunstwerke im Museum von Leiden vor den Nazis in Sicherheit. Das Museum wurde jedoch unter der NS-Herrschaft zu ihrer Herausgabe gezwungen, die Bilder möglicherweise an einen Käufer im Auftrag Adolf Hitlers verkauft.

Die Kaufsumme von umgerechnet heute 325'000 Euro erhielt die Familie Larsen nach dem Krieg. Sie soll sie nun im Gegenzug für die Rückgabe der Gemälde an den Staat zurückzahlen. Das Geld solle der Förderung jüdischer Kulturprojekte zugute kommen, erklärte das Ministerium.

Bereits in den 50er Jahren begann die niederländische Regierung mit der Rückgabe unrechtmässiger NS-Raubkunst aus ihrem Besitz. Dennoch befinden sich noch zahlreiche Kunstwerke in staatlichem Besitz und werden in Museen gezeigt.

Im Jahr 2002 wurde eine Kommission zur Rückgabe solcher Kunstwerke eingesetzt, um den niederländischen Staat in über siebzig Streitfragen zu beraten.

(sda)

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