Westjordanland: Juden verwüsten Moschee

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WestjordanlandJuden verwüsten Moschee

Unbekannte haben eine Moschee im Westjordanland verwüstet. Hebräische Graffiti deuten darauf hin, dass es sich um die Tat von extremistischen jüdischen Siedlern handelt. Bei darauf folgenden Protesten von Palästinensern wurden sieben Personen verletzt.

Die Täter hätten am frühen Freitag in dem muslimischen Gotteshaus im Dorf Kfar Jussuf bei Nablus Bücherregale mit dem Koran, dem heiligen Buch der Muslime, sowie einen Gebetsteppich in Brand gesetzt, sagte der palästinensische Polizeisprecher Munir Jakub. Auf einer der Hassbotschaften hiess es den Angaben zufolge: «Wir werden euch verbrennen.»

Als Reaktion protestierten rund 200 Palästinenser nach dem Freitagsgebet vor der nahe gelegenen jüdischen Siedlung Tapuah. Bei Auseinandersetzungen mit israelischen Sicherheitskräften wurden nach palästinensischen Angaben sechs Menschen verletzt. Nach Angaben einer Militärsprecherin erlitt auch ein israelischer Grenzpolizist leichte Verletzungen.

Ein Sprecher der israelischen Armee kündigte an, dass die Beschwerde der Palästinenser wegen Vandalismus in einer Moschee untersucht werde. Israel betrachte das als schwerwiegenden Vorfall.

Palästinensische Proteste und Übergriffe durch Siedler

Auch in anderen Teilen des Westjordanlandes protestierten am Freitag Palästinenser. Rund 300 Menschen demonstrierten in Shubka nördlich von Ramallah. In der Nähe von Kalkilia bewarfen Palästinenser nach Armeeangaben die Fahrzeuge von Siedlern mit Steinen und Brandbomben.

Israelische Siedler hatten in letzter Zeit wiederholt Palästinenser und deren Besitz attackiert. Die Angriffe stehen bei ihnen unter dem Motto «Preisschild»-Politik. Auch in der am Freitag angegriffenen Moschee war zu lesen: «Price tag - greetings from Effi» (Preisschild - Grüsse von Effi). Effi ist ein hebräischer Name. Das israelische Militär sprach von einem ernsten Zwischenfall, dem gemeinsam mit der Polizei nachgegangen werde. (sda/dapd)

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