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Jüdische Gräber im Elsass geschändet

Im elsässischen Dorf Herrlisheim- Hattstatt sind in der Nacht zum Freitag 127 Gräber eines jüdischen Friedhofes geschändet worden. Die Tat löste in Paris Empörung aus.

Die Täter beschmierten Grabsteine und den Torbogen mit Parolen wie «Juden raus» und mit Lobeshymnen auf Adolf Hitler. Über den Friedhofseingang schmierten sie auf Deutsch «Juden raus».

Premierminister Jean-Pierre Raffarin äusserte sich besonders betroffen von der «extrem hohen Zahl» der beschmierten Gräber. «Diese Grabschändung, die sich einreiht in eine Serie von Angriffen gegen jüdische und muslimische Kultstätten, wird mit ganzer Entschlossenheit bekämpft werden.»

Raffarin sprach mit seiner Erklärung eine Serie von Attacken auf Einrichtungen von Andersgläubigen im Elsass an. So wurden Geschäfte muslimischer Händler mit Parolen wie «Tod den Arabern» beschmiert und Hakenkreuze an die Wände von Moscheen gemalt.

Erst am Freitagmorgen hatten Vertreter der elsässischen Katholiken, Protestanten und Juden ihre Empörung über die Angriffe auf die muslimische Gemeinde in Strassburg geäussert. (dapd)

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