Jüdische Siedler überraschend zu Umsiedelung bereit
Aktualisiert

Jüdische Siedler überraschend zu Umsiedelung bereit

Überraschend haben sich nahezu alle jüdischen Siedler im Gazastreifen zu einer geschlossenen Umsiedelung nach Israel bereit erklärt.

Die meisten der 1.600 jüdischen Familien in dem Gebiet hätten eine entsprechende Erklärung unterzeichnet, teilte ein Sprecher der Siedler, Eran Sternberg, am Donnerstag mit. Sie hätten sich jedoch zugleich vorbehalten, gegen eine zwangsweise Evakuierung Widerstand zu leisten. Israel will im Sommer alle 21 jüdischen Siedlungen im Gazastreifen räumen.

Falls die israelische Regierung das Vorhaben wie geplant umsetze, wollten die Siedler geschlossen umziehen, erklärte Sternberg. Bislang lehnten die meisten der rund 9.000 betroffenen Siedler im Gazastreifen und im Westjordanland einen Umzug strikt ab. Immer wieder kam es zu gewaltsamen Protesten gegen einen Rückzug. Die Regierung hat der Mehrheit der Siedler angeboten, als Gruppe nach Nitzanim umziehen, einem begehrten Küstengebiet nördlich des Gazastreifens. Bislang nahmen erst rund 150 Familien das Angebot an.

Die Regierung in Jerusalem kündigte unterdessen eine neue Kampagne an, mit der in den kommenden fünf Jahren tausende jüdische Einwanderer nach Israel gelockt werden sollen. Das Programm im Umfang von 280 Millionen Dollar (223 Millionen Euro) solle auf junge Leute im Alter zwischen 18 und 20 Jahren abzielen, teilten die Behörden am Donnerstag mit. Die Regierung hoffe im kommenden Jahr auf 8.000 junge Einwanderer, bis 2009 solle die Zahl auf 20.000 steigen. Das Programm sieht unter anderem Bildungsstipendien für junge Einwanderer vor und richtet sich vor allem an russische Juden. (dapd)

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