Jüdischer Extremist erschiesst vier Araber
Aktualisiert

Jüdischer Extremist erschiesst vier Araber

Ein jüdischer Extremist hat in einem Bus in der nordisraelischen Stadt Schfaram vier israelische Araber erschossen, bevor er von einer wütenden Menge erschlagen wurde.

Das teilte die israelische Polizei mit. Die Streitkräfte identifizierten den Angreifer als den 19-jährigen Soldaten Edan Natan-Sada. Der junge Mann betrat in Heeresuniform und mit einer Kippa den Bus und feuerte wild um sich: Neben den vier Todesopfern wurden 13 Menschen, darunter zwei Polizisten, verletzt.

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon verurteilte das Blutbad in dem von israelischen Arabern bewohnten Ort als «abscheulichen Akt eines blutdürstigen Terroristen». Auch andere Politiker sowie Medien sahen den Angriff auf israelische Araber als Versuch, den ab 17. August geplanten Abzug aus dem Gazastreifen zu verhindern. Der Minister für für Öffentliche Sicherheit, Gideon Esra, sprach von einem «furchtbaren terroristischen Anschlag.» Auch jüdische Siedler, die in der südisraelischen Stadt Ofakim gegen den geplanten Abzug aus dem Gazastreifen demonstrierten, verurteilten die Tat. «Mord ist Mord ist Mord, und es kann keine andere Reaktion als die völlige Zurückweisung geben», sagte ihr Führer Benzi Lieberman.

Den Militärangaben zufolge wohnte der Attentäter in einer Siedlung extremistischer Juden im Westjordanland, Tapuah. Natan-Sadas Vater Jizchak sagte der Nachrichtenagentur AP, sein Sohn sei vor mehreren Wochen von seiner Einheit weggelaufen, nachdem er den Einsatzbefehl für den Gaza-Abzug bekommen habe.

Israelische Sicherheitsdienste haben seit Monaten vor Angriffen jüdischer Extremisten gewarnt, die mit allen Mitteln die Räumung jüdischer Siedlungen im Gazastreifen verhindern wollten. «Das kann nicht von dem Rückzug getrennt worden», sagte der pensionierte israelische Heeresgeneral Jom-Tov Samija im israelischen Fernsehen. Ein israelisch-arabischer Knesset-Abgeordneter, Mohammed Barakeh, sagte im Fernsehsender Kanal 10, alle Opfer des Schützen stammten aus Schfaram. Andere israelisch-arabische Abgeordnete verurteilten die Schüsse als «Terrorangriff» jüdischer Extremisten.

In der Vergangenheit hat es bereits mehrere Angriffe jüdischer Extremisten auf Araber gegeben. Der tödlichste war 1994 der des Siedlers Baruch Goldstein, der 1994 bei Hebron 29 muslimische Pilger auf dem Gelände der Gedenkstätte für Abrahams Grab erschossen hatte. (dapd)

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