Bern: Jugend ans Gewehr
Aktualisiert

BernJugend ans Gewehr

Die Berner Jungschützenvereine wollen Minderjährigen mit einem persönlichen Brief den Umgang mit dem Sturmgewehr schmackhaft machen. Linke Politiker kritisieren dies heftig.

von
Bigna Silberschmidt

«Es darf nicht sein, dass Kinder zum Schiessen aufgefordert werden», empört sich der Berner Stadtrat Hasim Sancar (GB). In einem dringlichen Vorstoss fordern er und JA!-Kollegin Rahel Ruch den sofortigen Stopp von Werbung für Waffengebrauch.

Stein des Anstosses ist ein kürzlich an sämtliche Berner Teens mit Jahrgang 1994 verschickter Brief aus der Feder der Stadtberner Jungschützenvereine. Darin werden die Minderjährigen dazu ermuntert, die Schiesssportart mit dem Sturmgewehr gratis kennenzulernen. Letzten Herbst wurde von der städtischen Freizeitorganisation Fäger zudem ein Luftpistolenkurs für Kids von 10 bis 16 Jahren durchgeführt. Sancar: «Die haben wohl komplett die Orientierung verloren.» SP-Stadtrat Rithy Chheng geht noch weiter: «Das grenzt ja schon fast an amerikanische Verhältnisse. Ermunterung zu einer Sportart, bei der Lebe­wesen getötet werden können, sollte strafbar sein.»

Thomas Schöppach, Ehrenpräsident der Landwehrschützen Bern und Verfasser des Briefes, verteidigt das Anwerben der Teenager: «Wir zwingen sie ja nicht, bei uns mitzumachen. Zudem ist ein sicherer Waffenumgang enorm wichtig – für die ganze Familie.»

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