Basel: Jugendarbeit auch auf Online-Portalen

Aktualisiert

BaselJugendarbeit auch auf Online-Portalen

Immer mehr und immer jüngere Kinder toben sich auf Online-
Communitys aus. Jugendarbeit und Polizei sorgen sich.

von
Anna Luethi

PussyXXX knutscht serienweise mit Mädchen, AggroDani posiert mit erhobener Faust: So präsentieren sich Teenies auf Portalen wie Festzeit.ch. Die meisten sind minderjährig, manchmal gerade mal neun Jahre alt. «60 Prozent der Jugendlichen nutzen täglich Online-Communitys», so Jugendarbeiterin Julia Gerodetti. Sie leitet eine neue Arbeitsgruppe der Basler Freizeitaktion BFA. Denn die Portale haben auch eine hässliche Seite: So wurden online schon Schlägereien oder eine Vergewaltigung vorbereitet. Momentan läuft eine Testphase: «Die Jugendzentren richten selbst Accounts auf den Plattformen ein, im November gibt es zudem einen Workshop für Eltern», sagt Gerodetti. Auch ein Kurs für Kinder ist in Planung.

Die Polizei hat die Portale bereits seit drei Jahren im Visier. «Wir haben einen Account als Polizei auf Festzeit», sagt Präventionsberaterin Flavia Schmidli. Damit will die Polizei Tendenzen bei den Jungen aufspüren – manchmal suchen die Beamten auch spezifisch nach Gang-artigen Gruppen, verbaler Gewalt und Drohungen. Schmidli: «Auf Portalen wird teilweise aufs Härteste provoziert.» Deshalb informiert die Polizei auf der 2. OS-Stufe flächendeckend Klassen mit dem Projekt «Handy, Internet & Co: genial und brutal».

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