Aktualisiert 16.03.2006 22:12

Jugendgewalt nimmt zu – wenig Zeit für Prävention

Die Jugendgewalt nimmt im Kanton Luzern zu. Doch für Prävention bleibt der Polizei oftmals keine Zeit.

«Prävention tut Not», schreibt die Kapo Luzern in der gestern veröffentlichten Kriminalstatistik 2005. Die hohe Belastung der Polizei lasse Aktionen gegen Jugendgewalt kaum zu, obwohl diese bitter nötig wären.

Nicht nur gingen leztes Jahr die ersten Fälle von Happy Slapping ein, auch die Zahl der gewalttätigen Übergriffe von 15- bis 18-Jährigen stieg massiv von 59 auf 86 an (plus 46%). «Im Dunkelfeld dürfte dieses Phänomen noch weit grössere Dimensionen besitzen», fürchtet die Kapo.

Während es mit der polizeilichen Präventionsarbeit hapert, zählen die Schulen auf Sozialarbeit. Bereits an 20 Luzerner Schulen ist eine Vertrauensperson angestellt, sieben sollen noch folgen. «Wir erhoffen uns viel davon», sagt Marianne Iten vom kantonalen Amt für Volksschulbildung. «Wenn die Schüler ihr Herz ausschütten können, eskaliert Gewalt weniger.»

Dass Aktionen wie diese wichtig sind, bestätigt auch Daniela Baumgartner von der Jugend- und Elternberatung Contact. Doch sie weiss: «Ebenso wichtig ist, dass die Jugendlichen ernst genommen werden.»

Eva Wirth

Sicherheitslage in Luzern ist stabil

Im vergangenen Jahr hat die Luzerner Kriminalpolizei 19006 Straftaten registriert – 1700 weniger als noch 2004. Die Zahl der Einbruchdiebstähle sank gar von 2026 auf 1523. Doch die Kriminalstatistik 2005 zeigt auch: Die Zunahme der Fälle von häuslicher Gewalt ist ungebrochen, das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung wurde durch Strassenkriminalität negativ beeinflusst und die gesundheitlichen Risiken für Polizei-Mitarbeitende nehmen zu.

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