Aktualisiert 11.10.2005 20:38

Jugendgewalt: Nur die Hälfte der Übergriffe wird angezeigt

Opfer von Jugendgewalt, die keine Anzeige erstatten, werden immer wieder ausgenommen. Die Jugendanwaltschaft ruft zur «Gegenwehr» auf.

Bei der Bande, die im Kreis 6 regelmässig Jugendliche ausraubt und verprügelt, handelt es sich vermutlich um eine Gruppe von 15- bis 20-Jährigen aus Schwamendingen, die in unterschiedlicher Zusammensetzung auftritt. «Wir können das noch nicht bestätigen, sind aber nun im Gebiet sehr stark präsent», so Polizeisprecher Marco Cortesi.

Den Polizisten, welcher der Mutter eines Opfers von einer Anzeige «wegen möglichen Repressionen seitens der Bande» abgeraten haben soll, versuche man nun zu eruieren: «Ein solches Verhalten wird nicht toleriert und wird Konsequenzen haben.»

Die Angst vor Repressionen ist laut Hansueli Gürber, Sprecher der Zürcher Jugendanwaltschaften, verbreitet, aber unbegründet: «In der Regel liegen bei uns doppelt so viele Taten wie Anzeigen zu einem Fall vor.» Wer sich nach einem Übergriff nicht bei der Polizei melde, der werde immer wieder zum Opfer der Gruppierungen.

Die Täter seien häufig selber in grossen Schwierigkeiten und würden mit den Übergriffen ihren Frust ausleben: «Damit bringen sie andere in eine Ohnmachtsposition, die sie selber erleben.»

Sandra Hänni

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