Aktualisiert 22.12.2003 10:13

Jugendgewalt: Polizei greift härter durch

Die Thurgauer Polizei will künftig bei Auseinandersetzungen wie jene zwischen Punks und Skinheads von Mitte Dezember in Frauenfeld konsequent durchgreifen.

Damit solle verhindert werden, dass Frauenfeld für gewaltbereite Jugendliche weiter an Popularität gewinne, teilte die Kantonspolizei Thurgau am Montag mit.

Personen, die zu Auseinandersetzungen anstiften, Ausschreitungen auslösen oder sich daran beteiligen, sollen fortan konsequent kontrolliert, weggewiesen oder nötigenfalls in polizeilichen Gewahrsam genommen werden. Wer strafbare Handlungen begeht, wird darüber hinaus ohne Toleranzwert angezeigt. Die Polizei reagiert damit auf den Umstand, dass es zum wiederholten Mal in Frauenfeld Mitte Dezember zu Konfrontationen zwischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen gekommen war. Damals waren nach einem Punkkonzert etwa 50 Punks und rund 40 Skinheads aufeinander gestossen und zwei Personen verletzt worden.

Handgreiflichkeiten und Konfrontationen hat es in Frauenfeld bereits zwischen Jugendlichen aus unterschiedlichen Szenen gegeben, wie Peter Diethelm, Chef Sicherheitspolizei, auf Anfrage erklärte. Eine der Gruppen, die Probleme bereite, seien Leute aus der Skinheadszene, die ihren Treffpunkt in zwei Lokalen in Frauenfeld hätten. Zudem gebe es Jugendliche, die den so genannten Secondos zuzurechnen seien, die ebenfalls schon Auseinandersetzungen angestiftet hätten oder Auslöser dazu gewesen seien. Neu sei, dass Vertreter aus der Hooligan-Szene schon eigens nach Frauenfeld angereist seien mit der einzigen Absicht, Krawall zu machen. Je nach Veranstaltung gebe es auch Auseinandersetzungen mit Jugendlichen, die eher der linken Szene zuzurechnen seien.

Der Krawall von Mitte Dezember war nach einem von rund 150 Personen aus der ganzen Schweiz besuchten Punkkonzert im Kulturzentrum Eisenwerk ausgebrochen, als sich alkoholisierte Konzertbesucher und Skinheads gegenseitig provozierten. Die Skinheads stammten aus dem Thurgau und andern Kantonen, wie die Polizei damals berichtet hatte. (dapd)

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