Illegale Muckis: Jugendliche dopen mehr: Anabolika boomen
Aktualisiert

Illegale MuckisJugendliche dopen mehr: Anabolika boomen

Der Schweizer Zoll fing seit Jahresbeginn so viel Dopingmittel-Lieferungen ab wie noch nie: Fast täglich wurde ein Päckchen konfisziert. Besonders Jugendliche verwenden vermehrt Anabolika.

von
lua
Jugendliche missbrauchen Anabolika fürs Body-Tuning.

Jugendliche missbrauchen Anabolika fürs Body-Tuning.

Nicht Spitzenathleten traditioneller Sportarten waren die Adressaten der Dopingmittel-Päckchen, sondern meist Bodybuilder, Fitness-Sportler und Jugendliche. Dies ergaben Abklärungen von Antidoping Schweiz, die 127 vom Zoll abgefangene Lieferungen untersuchten, die seit Anfang 2013 vom Zoll sichergestellt wurden. Bei den Dopingmitteln handelte es sich vor allem um Anabolika in Mengen von jeweils 100 bis 200 Tabletten oder 5 bis 10 Ampullen.

«Dank internationalen Studien wissen wir, dass ein bestimmter Teil der Jugendlichen regelmässig Anabolika konsumiert», sagt Matthias Kamber, Direktor von Antidoping Schweiz, gegenüber der «NZZ am Sonntag». Schwedische Studien würden von drei bis fünf Prozent der Jugendlichen ausgehen. Die Jugendlichen missbrauchen das Präparat fürs Body-Tuning.

«Lediglich die Spitze des Eisbergs»

Mit 25 Lieferungen pro Monat erreicht die Zahl der beschlagnahmten Dopingmittel-Sendungen einen Höchststand. Aufs Jahr hochgerechnet ergibt dies 300, in den Vorjahren lagen die Zahlen mit 110 bis 194 Beschlagnahmungen wesentlich tiefer. Da nur ein Bruchteil der jährlich sechs Millionen aus dem Ausland in der Schweiz geschickte Pakete kontrolliert werden kann, dürfte die Dunkelziffer hoch sein: «Wir gehen davon aus, dass es sich dabei lediglich um die Spitze des Eisbergs handelt», sagt Kamber.

Den Nichtsportlern unter den Empfängern werden Verfahrenskosten von jeweils 400 Franken auferlegt. Anders sieht es bei den Profis aus: Laut Kamber hat Antidoping Schweiz seit Oktober 2012 gegen zwölf Sportler-Adressaten ein Verfahren eingeleitet – ihnen droht eine Sperre. Um welche Sportler es sich handelt, wollte Kamber nicht sagen.

Deine Meinung