Keine Grenzen: Jugendliche greifen immer häufiger Polizisten an
Aktualisiert

Keine GrenzenJugendliche greifen immer häufiger Polizisten an

Immer häufiger werden Luzerner Polizisten von jungen Erwachsenen attackiert und verletzt. Meist sind Drogen oder Alkohol im Spiel.

von
Vanessa Naef

Bereits 17-mal wurden dieses Jahr Polizisten im Kanton Luzern von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen angegriffen – das sind bereits so viele wie im ganzen letzten Jahr. «Die meisten Angriffe geschehen am Wochenende in der Nacht vor den Clubs», sagte Ernst Röthlisberger, Kommandant der Stadtpolizei Luzern, gestern an einer Medienkonferenz.

Als Gründe für die zunehmende Jugendgewalt sieht Röthlisberger den wachsenden Konsum von Alkohol und Drogen. «Dadurch verlieren viele ihre Hemmungen und werden aggressiv.» Im Februar sei zum Beispiel ein alkoholisierter Schwarzfahrer in einem Bus mit Fäusten und Fusstritten auf Polizisten losgegangen. Diese hätten Schürfungen, Prellungen und Stauchungen davongetragen.

Einen weiteren Grund für die Zunahme sieht der Polizeikommandant in der Erziehung: «Kindern werden heutzutage die Grenzen oft nicht mehr klar aufgezeigt.»

Wegen der zunehmenden Gewalt rüstet die Polizei auf. So wird laut Röthlisberger die Ausrüstung laufend auf den neusten Stand gebracht. «Zudem halten wir unsere Mitarbeiter an, nicht einzugreifen, bevor Verstärkung vor Ort ist.»

Junge Täter und Opfer

Am Dienstag haben Kantons- und Stadtpolizei Luzern über die Kriminalstatistik 2008 informiert. Auffällig dabei: Raubdelikte werden oft in grösseren Gruppen begangen. Täter und Opfer sind dabei meist sehr jung – die grösste Gruppe machen die 15- bis 17-Jährigen aus. Die allgemeine Kriminalitätsrate im Kanton sei aber stabil, wie die Polizei weiter mitteilte. Letztes Jahr wurden rund 22 160 Straftaten erfasst, 9500 Delikte wurden aufgeklärt. Zugenommen haben Delikte im Drogenmilieu. Dafür ging die Zahl getöteter Personen im Strassenverkehr um rund 20 Prozent zurück.

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