Bern: Jugendliche Kampftrinker: Kurse sind ein Erfolg
Aktualisiert

BernJugendliche Kampftrinker: Kurse sind ein Erfolg

Die Projekte der Berner Gesundheit für jugendliche Komasäufer fallen auf fruchtbaren Boden: Einige Teenager lassen jetzt sogar ganz die Hände vom Alkohol.

von
Nina Jecker

Sie sind zum Teil erst 13 Jahre alt und standen bereits vor dem Jugendrichter. Die Delikte: Randalieren und Prügeln unter Alkoholeinfluss. 34 Jugendliche, die meisten vom Gericht überwiesen, haben an der Alkoholberatung AlcoFlop/vollRausch der Stiftung Berner Gesundheit teilgenommen.

Zwei Befragungen im Abstand von drei Monaten nach der Beratung haben jetzt gezeigt: Die jugendlichen Risikotrinker können auch anders. «Einige gaben sogar an, jetzt gar nicht oder kaum mehr zu trinken», so Karin Wittwer von der Fachstelle. Im Kurs haben die Teenager gelernt, Probleme und Stress etwa durch Sport und Gespräche anstatt mit Alkohol zu bekämpfen.

Bei den Teilnehmern handle es sich aber nur um die Spitze des Eisbergs. «2008 landeten im Kanton Bern fast 300 Junge nach Trinkgelagen im Spital», so Wittwer. Dies hat weitreichende Folgen: «Jugendliche, die früh und viel Alkohol trinken, haben ein erhöhtes Risiko, als Erwachsene alkoholabhängig zu werden.» Die Expertin appelliert an Eltern, Lehrer, Lehrmeister und Notfallmediziner: «Sprecht Jugendliche an und weist sie auf die Beratung hin.»

Eigenen Konsum überprüfen: www.alcotool.ch

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