Aktualisiert 05.01.2011 21:40

Testkäufe

Jugendliche kommen locker an Zigis

Jeder dritte Händler ist bei den verdeckten Tabak-Tests durchgefallen. Das Problem: Es drohen keine Strafen.

von
Tamara Funck

Wie eine Untersuchung der Gesundheitsförderung Baselland zeigt, ist der Jugendschutz bezüglich Tabakwaren weiterhin ungenügend. Im Herbst wurden mit jugendlichen Testkäufern 110 Läden, Kioske und Shops geprüft: 41 Verkaufsstellen oder 37 Prozent haben ­Tabakwaren an Minderjährige verkauft. Besonders schlecht schnitten kleine Betriebe ab. «Das Verkaufspersonal fragt oft nicht nach dem Alter und besteht häufig auch nicht auf einer Ausweiskontrolle», so Susanna Piccarreta von der Gesundheitsförderung Baselland.

Das Problem: «Nur aufgrund von Testkäufen können wir keine Anzeige stellen.» Denn ein Entscheid des Bundesgerichts, ob das Verkaufspersonal im Rahmen einer solchen «verdeckten Ermittlung» gebüsst werden darf, steht noch aus. Und anders als beim Alkoholverkauf kann man den Betreibern auch nicht mit dem Entzug der Bewilligung drohen. «So gehen die Zahlen wohl kaum runter», so Piccarreta. Den Behörden bleibt nur die Sensibilisierung.

Der Kioskbetreiber Valora steht für seine Mitarbeiter ein: «Für unsere Verkaufsmitarbeitenden ist es schwierig, das ­Alter von Jugendlichen einzuschätzen. Ausserdem erfahren sie regelmässig heftige Reaktionen von Kunden, die den Ausweis zeigen müssen», so Sprecherin Ursula Wulfsen.

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