Aktualisiert 03.02.2005 22:42

Jugendliche legten Brand aus Hass auf Ausländer

Der Brandanschlag auf die Asylunterkunft in Kappel ist geklärt: Die Täter sind ein Mädchen (17) und zwei Jungs (13 und 16). Ihr Tatmotiv: Hass auf Ausländer.

«Unter Heulkrämpfen gestanden das Mädchen und der jüngere Bub am Mittwoch ihre Tat», sagte der Solothurner Polizeikommandant Martin Jäggi gestern. Der dritte Täter blieb in Untersuchungshaft und bekannte sich gestern zum Brandanschlag. Wie durch ein Wunder gab es keine Toten, sondern «nur» zwei Verletzte. «Brandstiftung ist kein Lausbubenstreich, sondern ein gemeingefährliches Verbrechen», betonte Jugendanwalt Thomas Stierli.

Als Tatmotiv gaben die drei Jugendlichen aus der Umgebung von Kappel bei Hägendorf Hass auf Ausländer an. «Wir haben keine Kenntnis darüber, ob die Täter Verbindungen zur rechtsradikalen Szene haben», betont Polizeisprecher Frank Wilhelm. Nur der 16-Jährige fiel bisher auf – wegen Mofa-Delikten. Der 13-Jährige gilt vor dem Gesetz noch als Kind und kann nicht gebüsst werden.

In der 2600-Seelen-Gemeinde Kappel sitzt der Schock tief: «Ich darf gar nicht daran denken, was hätte passieren können», sagt Gemeindepräsident Martin Wyss.

Er verurteilt die Tat aufs Schärfste. Die Gemeinde wolle jetzt das Problem an der Wurzel anpacken und ein umfassendes Netzwerk für die Jugend schaffen.

(des, SDA) (sda)

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