Nicht nur Netflix! - Jugendliche schauten während erstem Lockdown mehr klassisches Fernsehen
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Nicht nur Netflix!Jugendliche schauten während erstem Lockdown mehr klassisches Fernsehen

Die sozialen Einschränkungen machten den Jugendlichen während des ersten Lockdowns im Frühling 2020 besonders zu schaffen. Während dieser Zeit schauten sie mehr TV, um sich über die aktuelle Pandemie-Lage zu informieren.

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Für 61 Prozent der Jugendlichen gehörte das Fernsehen zu den wichtigsten Quellen, um sich Informationen rund um Corona zu beschaffen

Für 61 Prozent der Jugendlichen gehörte das Fernsehen zu den wichtigsten Quellen, um sich Informationen rund um Corona zu beschaffen

20min/Matthias Spicher
Vor der Pandemie (2018) stellten Fernsehbeiträge lediglich für 33 Prozent eine wichtige Informationsquelle dar.

Vor der Pandemie (2018) stellten Fernsehbeiträge lediglich für 33 Prozent eine wichtige Informationsquelle dar.

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Während des Lockdowns vermissten Jugendliche den Kontakt zu Gleichaltrigen. 

Während des Lockdowns vermissten Jugendliche den Kontakt zu Gleichaltrigen.

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • 66 Prozent der Schweizer Jugendlichen fehlte im ersten Lockdown der Kontakt zu ihren Freunden.

  • Auch dass sie ihren Hobbys nicht nachgehen konnten, fehlte den Jungen.

  • Nebst Social Media haben Jugendliche mehr klassisches Fernsehen konsumiert.

Die Massnahmen rund um den ersten Corona-Lockdown hatten weitreichende Auswirkungen auf das Leben der 12- bis 19-jährigen Jugendlichen in der Schweiz. Die meisten (66 Prozent) Jugendlichen belastete besonders der fehlende Kontakt zu Freundinnen und Freunden. Ausserdem wurde als schwierig empfunden, nicht wie gewohnt den Hobbys nachgehen zu können und in der Freizeitgestaltung eingeschränkt zu sein. Das hat eine Auswertung der ZHAW-Fachgruppe Medienpsychologie gemeinsam mit Telekomanbieter Swisscom zum psychischen Wohlbefinden und Informationsverhalten von Schweizer Jugendlichen während der Zeit des ersten Corona-Lockdowns im Frühling 2020 gezeigt.

«Die Resultate sind aus entwicklungspsychologischer Sicht wenig überraschend», sagt Gregor Waller, der die Studie zusammen mit seinem Team durchgeführt hat. «Für junge Menschen sind Kontakte zu Gleichaltrigen und Freiheiten ausserhalb des Elternhauses essenziell für die eigene Persönlichkeitsentwicklung».

Mehr TV-Konsum im Lockdown

Zwei von fünf Jugendlichen benutzten während des untersuchten Zeitraumes zum ersten Mal Videochats, um mit Verwandten in Kontakt zu bleiben. Einige gaben an, in dieser Zeit ein Netflix- oder Disney+-Abo gelöst zu haben, was mit der vermehrten Freizeit, die zuhause verbracht werden musste, zu erklären ist.

Fernsehbeiträge haben während des ersten Lockdowns bei den Jugendlichen stark an Bedeutung gewonnen. Für 61 Prozent der Jugendlichen gehörte das Fernsehen zu den wichtigsten Quellen, um sich Informationen rund um Corona zu beschaffen, während vor der Pandemie (2018) Fernsehbeiträge lediglich für 33 Prozent eine wichtige Informationsquelle darstellten.

Erhöhter Medienkonsum verursachte zunehmend Ängste

«Dies ist wahrscheinlich mit einem gesteigerten Bedürfnis nach transparenten und vertrauenswürdigen Informationen zu erklären», sagt Studienmitautorin Jael Bernath. Denn Schweizer Jugendliche schreiben öffentlich-rechtlichem Fernsehen eine besonders hohe Glaubwürdigkeit zu, wie Bernath erklärt. Neben den Fernsehbeiträgen waren Gespräche mit Familie und Freunden für Jugendliche die wichtigsten Informationsquellen.

Ausserdem war zu beobachten, dass ein erhöhter Konsum von medialen Berichten mit verstärkten Ängsten in Bezug auf Corona zusammenhängt. Möglicherweise führte die erhöhte Beschäftigung mit coronabezogenen Informationen zu verstärkten Ängsten. Denkbar ist aber auch, dass bei generell ängstlicheren Jugendlichen ein grösseres Bedürfnis nach Informationen bestand.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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