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München-PrüglerJugendliche Schläger könnten Strafe in der Schweiz absitzen

Die drei 16-jährigen Berufswahlschüler, die einen 46-jährigen Mann in München brutal verprügelt haben, müssen sich voraussichtlich vor einem deutschen Gericht verantworten.

von
meg

Zwar bestünde die Möglichkeit, dass die deutschen Behörden die Schweizer darum bäten, das Verfahren zu übernehmen, sagte Folco Galli vom Bundesamt für Justiz (BJ). Über die Wahrscheinlichkeit einer solchen Möglichkeit mochte er sich jedoch nicht äussern. Werden die wegen des Verdachts auf versuchten Mord in Untersuchungshaft sitzenden Jugendlichen in Deutschland verurteilt, besteht gemäss dem Übereinkommen des Europarates über die Überstellung verurteilter Personen danach für sie die Möglichkeit, ein Gesuch zur Überführung in die Schweiz zu stellen.

Stimmten die deutschen und schweizerischen Behörden dem Gesuch zu, würde die Schweiz die deutsche Strafe unverändert übernehmen, erklärte der BJ-Sprecher. Läge die Strafe jedoch über der in der Schweiz festgelegten Höchststrafe, würde das Strafmass reduziert. Galli schloss deshalb nicht aus, dass die deutschen Behörden unter diesen Umständen eine Überstellung eher ablehnen würden.

«Würde allenfalls sogar Sinn machen»

Der zuständige Staatsanwalt Laurent La Fleur schloss gegenüber 20 Minuten Online aus, dass die Jugendlichen jetzt aus der Untersuchungshaft entlassen werden. Es sei jedoch möglich, dass die drei Jugendlichen - nach einem entsprechenden Urteil - ihre Strafe in der Schweiz verbüssen: «Es würde allenfalls sogar Sinn machen, denn dann wären die Jugendlichen wenigstens in der Nähe ihres angestammten Umfeldes.» Die Höhe des Strafmass dürfte in diesem Fall nicht unerheblich sein. (meg/dapd)

Schweizer Schüler prügeln in München

Drei Schüler aus dem Kanton Zürich sitzen seit Mittwoch in München in Untersuchungshaft. Sie werden des versuchten Mordes und der schweren Körperverletzung beschuldigt. Am Dienstagabend hatten sie mehrere Passanten zusammengeschlagen, einen davon lebensbedrohlich.

Die Jugendlichen befanden sich mit ihrer Klasse des 10. Schuljahrs der Weiterbildungs- und Berufswahlschule Küsnacht (WBK) in einer externen Kurswoche in München. Am Dienstagabend tranken und kifften sie und gingen danach wahllos auf Passanten los.

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