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Gewalt«Jugendliche schlagen heute härter zu»

Der Jugenddienst der Zürcher Kantonspolizei ist künftig in allen elf Bezirken präsent. Dienstchef Rolf Weilenmann sagt im Interview, wieso der Ausbau nötig ist.

von
rom
Die Gewaltintensität bei Jugendlichen ist in den letzten zehn Jahren gestiegen.

Die Gewaltintensität bei Jugendlichen ist in den letzten zehn Jahren gestiegen.

Herr Weilenmann, warum muss der Jugenddienst der Kapo ausgebaut werden – verhalten die Jugendlichen sich so schlimm?

Rolf Weilenmann: Nein, die Jugendlichen sind nicht schlimmer geworden. Ziel der Kantonspolizei ist es, ihre Präventionsbemühungen weiter zu verstärken und noch effizienter beziehungsweise konzentrierter in den Bezirken mit Ansprechpartnern im Jugendbereich verankert zu sein.

Was sind die häufigsten Gründe, weshalb Ihre Mitarbeiter gerufen werden?

Diese sind vielfältiger Natur. Beispielsweise geht es um Beratungen von Schulen und Eltern bei kriminalpolizeilichen Problemen mit Schülern und Jugendlichen oder Unterstützung der Regionalpolizei bei Straftaten von Jugendlichen.

Die Jugendkriminalität im Kanton Zürich hat letztes Jahr zum zweiten Mal in Folge abgenommen – wie stark hängt dies mit dem Jugenddienst zusammen, der vor allem auch präventiv tätig ist?

Es ist sicher den Bemühungen sämtlicher Institutionen, die mit Jugendlichen arbeiten, zu verdanken. Selbstverständlich leisten wir da unseren Teil dazu bei. Wichtig ist, dass wir alle vernetzt und eng mit unseren Partnern arbeiten.

Trotz Abnahme der Jugendkriminalität – sind Jugendliche generell gewaltbereiter als vor zehn Jahren bei der Gründung des Jugenddienstes?

Die Gewaltintensität ist tatsächlich gestiegen und es wird heute härter zugeschlagen. Die meisten Jugendlichen verhalten sich aber korrekt und anständig. Das war schon vor zehn Jahren so. Sie sind heute vielleicht in manchen Dingen kritischer, aber das ist legitim.

Mit welchen Problemen von Jugendlichen sind Ihre Mitarbeiter heute konfrontiert, die 2002 noch kaum ein Thema waren?

Internetkriminalität, Cybermobbing sowie zielgerichtete Gewalt sind Themen, die den Jugenddienst heute stärker beschäftigen als noch vor zehn Jahren.

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