Justiz und Jugend: Jugendliche schneller, nicht härter bestrafen
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Justiz und JugendJugendliche schneller, nicht härter bestrafen

Pierre Maudet, Präsident der eidgenössischen Jugendkommission, verlangt, dass die Justiz delinquierende Jugendliche schneller verurteilt. «Man muss die Strafverfahren radikal verkürzen», sagt er.

Heute dauere es noch viel zu lange, bis ein Jugendlicher verurteilt werde, sagt Maudet im Interview mit der «NZZ am Sonntag». Deshalb soll laut Maudet ein einziger Jugendrichter die Untersuchung führen, das Urteil fällen und den Vollzug des Urteils überwachen. Das erhöhe die Glaubwürdigkeit der Justiz und schrecke die Jugendlichen eher vor Taten ab als harte Strafen. «Härtere Strafen sind bei Jugendlichen keine gute Lösung», sagt Maudet im Interview weiter. «Im Gefängnis kommen sie vor allem mit anderen Kriminellen in Kontakt, und genau das wollen wir nicht». Mehrere Kantone in der Schweiz kennen noch das zweiteilige Modell mit Jugendanwalt und Jugendrichter.

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