Alkoholprävention: Jugendliche sollen dank SMS weniger trinken
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AlkoholpräventionJugendliche sollen dank SMS weniger trinken

Es ist ein weltweit einzigartiges Projekt. Über Internet und SMS sollen Jugendliche individualisierte Tipps erhalten, wie sie weniger trinken können.

von
cho
Jugendliches Trinkgelage: Botellon 2008 in Zürich.

Jugendliches Trinkgelage: Botellon 2008 in Zürich.

Die Alkoholprävention hat bei Jugendlichen bisher keinen grossen Erfolg. Laut den Zahlen des Suchtmonitorings Schweiz trinkt sich jeder vierte Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren mindestens einmal im Monat in den Rausch. Bei den 20- bis 42-Jährigen sind es 40 Prozent. Aus diesem Grund will das Schweizer Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung ISGF einem bisher weltweit einzigartigen Weg im Kampf gegen das Rauschtrinken beschreiten.

Die Studie «Alk-Check» sieht vor, dass Jugendliche über SMS oder Internet direkt angesprochen werden sollen. «Dank des Handys können wir den Jugendlichen orts- und zeitunabhängig individualisierte Tipps schicken, wie sie weniger trinken können», sagt Severin Haug, Forschungsleiter des ISGF zur Zeitung «Schweiz am Sonntag». Laut der Zeitung handelt es sich bei der Studie um einen weltweit einzigartigen Versuch.

1000 Jugendliche machen mit

Die Studie beginnt im September, rund 1000 Schüler aus 90 Berufs- und Mittelschulen werden laut Haug mitmachen. Er glaubt fest an den Erfolg der Studie, denn 2013 endete ein Pilotversuch mit positiven Resultaten. Damals mussten Schüler angeben in welcher Situation und zu welcher Uhrzeit die Jugendlichen am meisten Alkohol tranken. «Eine Stunde vor der angegebenen Zeit verschickten wir individualisierte SMS. Sie enthielten Tipps zu einem vernünftigen Umgang mit Alkohol», sagt Studienleiter Haug.

Während bei der ersten Befragung noch 76 Prozent der Jugendlichen angab sich monatlich zu betrinken, sank die Zahl nach den SMS auf 68 Prozent. Auch während der Woche hätten die Studienteilnehmer weniger getrunken. Bei Schülern, die keine SMS-Tipps erhalten hatten, jedoch trotzdem zum Trinkverhalten befragt wurden, wurde keine Veränderung beim Alkoholkonsum festgestellt.

Finanziert wird die Studie vom Bundesamt für Gesundheit. Dafür sind bis zu 100'000 Franken vorgesehen.

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