Aktualisiert 02.09.2015 15:23

Prêles BE

Jugendliche überwältigen Betreuer und flüchten

Aus dem Jugendheim in Prêles im Berner Jura sind sechs Jugendliche geflüchtet. Zwei der Flüchtigen wurden bereits wieder gefasst.

von
ofi
Sechs Jugendliche sind aus dem Heim geflüchtet: Jugendheim in Prêles im Berner Jura. (Archivbild)

Sechs Jugendliche sind aus dem Heim geflüchtet: Jugendheim in Prêles im Berner Jura. (Archivbild)

Am Dienstagabend sind sechs Jugendliche aus dem Jugendheim in Prêles im Berner Jura entwichen. Die Kantonspolizei fasste zwei von ihnen noch am gleichen Abend. Vier Jugendliche sind weiterhin auf freiem Fuss. Für die Öffentlichkeit besteht laut Behörden keine Gefahr.

Die sechs Jugendlichen hatten nach dem gemeinsamen Abendessen in ihrer Wohngruppe die beiden anwesenden Sozialpädagogen überwältigt, wie die Berner Kantonsbehörden am Mittwoch mitteilten. Anschliessend flüchteten die Jugendlichen zu Fuss in Richtung La Neuveville am Bielersee.

Vier Jugendliche noch flüchtig

Die Betreuer lösten Alarm aus, worauf die entwichenen Jugendlichen umgehend zur Fahndung ausgeschrieben wurden. Gegen 22.30 Uhr fasste die Berner Kantonspolizei zwei der Jugendlichen am Bahnhof Biel. Vier Jugendliche waren am Mittwoch noch flüchtig. Die Behörden rechnen damit, dass die vier in den nächsten Tagen angehalten werden können. Von ihnen gehe keine Gefahr aus.

In Prêles befindet sich das grösste Erziehungsheim für männliche Jugendliche in der Schweiz. Es verfügt über ein internes Beschäftigungs- und Ausbildungsangebot und bietet Platz für 70 Insassen, die von den Strafverfolgungsbehörden in die Institution eingewiesen werden.

Heim war bereits in den Schlagzeilen

Bereits 2012 waren drei Jugendliche aus dem Heim in Prêles geflohen, nachdem sie mehrere Betreuer angegriffen hatten. Das Erziehungsheim ist das grösste für männliche Jugendliche in der Schweiz. Es verfügt über ein internes Beschäftigungs- und Ausbildungsangebot und bietet Platz für 70 Insassen, die von den Strafverfolgungsbehörden in die Institution eingewiesen werden.

Das Jugendheim ist seit längerem nicht ausgelastet, was auf politischer Ebene zu reden gibt. Die Regierung zeigte sich angesichts der Überkapazitäten auch offen für die Unterbringung von minderjährigen Asylsuchenden.

Zudem kam das Heim wegen Spannungen zwischen der Führung und Mitarbeitenden in die Schlagzeilen. Im Juli nahm die bisherige Direktorin den Hut. Die Führung obliegt seither vorübergehend dem Direktor des Massnahmenzentrums St. Johannsen. Der Kanton hat eine externe Strukturüberprüfung angeordnet. (ofi/sda)

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