Basel: Jugendliche weniger schlimm als behauptet
Aktualisiert

BaselJugendliche weniger schlimm als behauptet

Basler Jugendliche sind besser als ihr Ruf: Dies zeigt eine von der Regierung in Auftrag gegebene Studie.

von
Denise Dollinger

Sie sind jung, wild und sexy und sie saufen, pöbeln und poppen: Dies ist das weitverbreitete Bild über die Jungen von heute. Eine Studie mit 881 Basler Kindern und Jugendlichen zeigt nun auf, dass die 11- bis 22-Jährigen nicht so ticken, wie es gerne dargestellt wird. 80 Prozent hören täglich Musik, 58 Prozent surfen im Internet und 54 Prozent gucken Fernsehen. «Das zeigt, dass fast die Hälfte Besseres zu tun hat, als vor dem Fernseher zu sitzen», freut sich Stadtentwickler Thomas Kessler, Mitglied der Eidgenössischen Kinder- und Jugendkommission. Die Ausübung eines Hobbys scheint bei den Jugendlichen einen hohen Stellenwert zu haben: 75 Prozent der Knaben und 60 Prozent der Mädchen gehen einem Hobby, wie etwa dem Sport­verein oder der Fasnachtsclique, nach.

«Es ist schön zu sehen, dass die Jugendlichen motiviert sind. Oftmals werden sie in den Medien völlig falsch dargestellt», sagt der Jugendpsychologe Allan Guggenbühl. In der Schule und der Ausbildung sei Anpassung gefordert, da sei es sehr wichtig, eine Gegenwelt aufzubauen. Dieser Meinung ist auch Kessler. «Die Vernetzung ist nebst der Bildung die zweitwichtigste Grundlage für ein erfolgreiches Leben», sagt er. Fazit der 115 000 Franken teuren Studie ist, dass sich zwar die Angebote verändern, das Verhalten der Jungen jedoch sehr konstant bleibt.

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