Wegen 6 Franken: Jugendlichen erschossen - 16 Jahre Haft
Aktualisiert

Wegen 6 FrankenJugendlichen erschossen - 16 Jahre Haft

Weil sich sein Sohn mit einem anderen Jugendlichen um 6 Franken stritt, griff ein 46-jähriger Vater zur Waffe. Er muss für 16 Jahre hinter Gitter.

Das Bezirksgericht Bischofszell folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft und verurteilte den Mann am Dienstag wegen vorsätzlicher Tötung zu der langen Haftstrafe. Der Verteidiger des Angeschuldigten hatte am Montag für eine bedingte Freiheitsstrafe von vier Jahren wegen fahrlässiger Tötung plädiert.

Der tödliche Schuss fiel im Mai 2008 bei einem Streit auf dem Schulhausplatz einer Thurgauer Gemeinde. Sechs Jugendliche hatten sich dort getroffen und waren in Streit geraten. Ursprünglich ging es um 6 Franken, welche zwei Jugendliche einem Mädchen schuldeten.

Fiel der Schuss gezielt?

Einer der beiden Burschen rief seinen Vater zu Hilfe. Dieser packte seinen Revolver ein und liess sich von seiner Ehefrau zum Schulhofplatz chauffieren. Kurze Zeit später fiel der tödliche Schuss. Ein 18-jähriger Lehrling wurde am Kopf getroffen und starb an den Folgen der Schussverletzung.

Dabei ist unbestritten, dass der mutmassliche Täter die Waffe in der Hand gehabt hatte. Unklar waren aber die Umstände, unter denen der Schuss abgegeben worden war. Die Zeugenaussagen gingen dabei diametral auseinander. Die Schilderungen reichten von einem Unfall bis zu einem gezielt abgegebenen Schuss.

Der mutmassliche Täter liess sich nach dem Schuss von seiner Frau nach Hause fahren. Dort wechselte er die Kleidung, fuhr zurück zum Tatort und stellte sich der Polizei. Diese stellte die Tatwaffe sicher. (sda)

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