Kanton Zug - «Jugendlichen fehlt die Reife» - Stimmrecht ab 16 Jahren abgelehnt
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Kanton Zug«Jugendlichen fehlt die Reife» - Stimmrecht ab 16 Jahren abgelehnt

Am Donnerstag hat der Kantonsrat Zug die Motion für eine Senkung des Stimmrechtsalters ab 16 Jahren abgelehnt. Das Thema ist in anderen Kantonen jedoch noch nicht vom Tisch.

von
Astrid Winiker
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Die Zuger Regierung wird auch künftig 16-Jährigen nicht erlauben, an die Urne zu gehen.

Die Zuger Regierung wird auch künftig 16-Jährigen nicht erlauben, an die Urne zu gehen.

20min/ Simon Glauser
Die Motionäre für die Senkung des Stimmrechtsalters ab 16 Jahren argumentierten, dass auch junge Menschen ein Interesse daran hätten, politische Prozesse mitzugestalten.

Die Motionäre für die Senkung des Stimmrechtsalters ab 16 Jahren argumentierten, dass auch junge Menschen ein Interesse daran hätten, politische Prozesse mitzugestalten.

20min/ Matthias Spicher
Der Kantonsrat Zug stimmte mit 44 zu 23 Stimmen gegen die Senkung des Stimmrechtsalters.

Der Kantonsrat Zug stimmte mit 44 zu 23 Stimmen gegen die Senkung des Stimmrechtsalters.

20min/ Matthias Spicher

Darum gehts

  • Der Zuger Kantonsrat hat am Donnerstag gegen eine Senkung des Stimmrechtsalters ab 16 Jahren gestimmt.

  • Jugendliche sind mit 16 Jahren vor dem Recht unmündig. Dies soll auch hinsichtlich der Politik so bleiben.

  • Der Regierungsrat sagt ausserdem, es sei gefährlich, das Stimmrechtsalter von der demografischen Entwicklung abhängig zu machen.

  • Die Diskussion um die Senkung des Alters ist in anderen Kantonen noch im Gange.

Im Kanton Zug sollen 16-Jährige auch in Zukunft nicht abstimmen dürfen, stimmte der Zuger Kantonsrat am Donnerstag mit 44 zu 23 Stimmen. Die Motion dazu aus den Reihen der Linken wurde abgelehnt. Politikerinnen und Politiker der SP (Sozialdemokratische Partei) und der ALG (Alternative - die Grünen) im Kanton Zug wollten das Wahlrecht von 18 auf 16 Jahre senken, denn auch Junge hätten ein grosses Interesse, politische Prozesse mitzugestalten. Die Senkung des Stimmrechtsalters würde die Demokratie stärken, so Andreas Lustenberger (ALG). Anna Spescha (SP) sieht die Senkung des Stimmrechtsalters als Massnahme gegen das Ungleichgewicht der Rentnerinnen und Rentner, wie «Pilatus Today» berichtete.

Jugendlichen fehle die Reife

Die Regierung sieht das anders. Sie argumentierte damit, dass Minderjährige im Zivilrecht handlungsunfähig seien, diese Unmündigkeit solle also auch gelten in der Politik. Die FDP und SVP pflichtet der Regierung bei und sieht die Senkung des Alters als den falschen Weg, da Rechte und Pflichten aus dem Gleichgewicht gerieten. Michael Riboni (SVP) argumentierte: «Jugendlichen fehlt die Reife.» Im Kanton Zug leben 4000 bis 5000 Menschen, welche zwischen 16 bis 18 Jahre alt sind. Regierungsrat Andreas Hostettler (FDP) sagte dazu: «Es ist gefährlich, die Frage des Stimmrechtsalters von der demografischen Entwicklung abhängig zu machen.»

Andere Kantone diskutieren Senkung des Stimmrechtsalters

Der Kanton Zug ist nicht der einzige, in welchem das Thema der Senkung des Stimmrechtsalters Wellen schlägt. Im Kanton Uri hatte der Landrat im Februar 2021 die entsprechende Verfassungsänderung, bei welcher das Stimmrechtsalter auf 16 Jahre gesenkt wird, verabschiedet. Im Kanton Luzern wurde eine Einzelinitiative von Samuel Zbinden (Grüne) an eine Kommission überwiesen. Diese wird nun über die mögliche Senkung des Stimmrechtsalters beraten. Einzig im Kanton Glarus können seit 2007 auch schon 16-Jährige abstimmen. Die Senkung des Stimmrechtsalters wird auch in anderen Kantonen diskutiert und wird wohl nicht so schnell wieder vom Tisch sein.

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