Aktualisiert 05.08.2008 15:48

ZürichJugendlicher erhängt sich in Sicherheitszelle

Ein jugendlicher Häftling hat sich am Montagabend im Gefängnis Zürich das Leben genommen. Obwohl er in einer Sicherheitszelle untergebracht war, gelang es ihm, sich mit Stoffteilen zu strangulieren.

Die Gefängnisaufseher fanden den Mann bei einem Kontrollgang um 21.45 Uhr regungslos in seiner Zelle, schreibt die Zürcher Direktion der Justiz und des Innern in einer Mitteilung vom Dienstag. Trotz sofortiger Reanimationsversuche habe der Notarzt nur noch den Tod feststellen können, heisst es in der Mitteilung.

Der junge Schweizer war erst seit einigen Tagen im Untersuchungsgefängnis. Auf Anraten eines Psychiaters wurde der 17-Jährige in eine Sicherheitszelle verlegt worden, wie Christian Zünd, Generalsekretär der Direktion der Justiz und des Innern gegenüber 20 Minuten Online bestätigt. Offenbar gab es Anzeichen auf Eigengefährdung oder Gefährdung für Dritte.

Ausser einer Matratze und der Bettdecke gibt es in der Sicherheitszelle keine beweglichen Gegenstände. Stuhl, Tisch und WC seien fest gemacht.

Wie es trotzdem zu dem tragischen Ereignis kommen konnte, soll untersucht werden. Die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat hat - wie in solchen Fällen üblich - unter Einbezug des Instituts für Rechtsmedizin eine Untersuchung eingeleitet.

Der Jugendliche wurde im Rahmen einer Strafuntersuchung wegen schwerer Strassenverkehrs- und weiterer Delikte vorübergehend ins Untersuchungsgefängnis eingewiesen. Bei der Jugendanwaltschaft ist er laut Zünd seit längerer Zeit aktenkundig.

(meg/sda)

(sda)

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